Volkshaus
Festsaal

Alice Hasters: Anti Opfer

Verletzlichkeit gilt heute oft als Schwäche und das Wort «Opfer» teilweise gar als Schimpfwort. Gleichzeitig inszenieren sich ausgerechnet jene als benachteiligt, die über Macht und Einfluss verfügen. In Anti Opfer untersucht Alice Hasters, wie sich unser gesellschaftlicher Blick auf Ungerechtigkeit, Verantwortung und Empathie verändert hat, und fragt: Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn das Opfer nicht mehr Mitgefühl auslöst, sondern Verachtung? Was verrät dies über den Zustand unserer Demokratie? Ausgehend von ihrer persönlichen Reflexion, untersucht sie den Opferbegriff nicht juristisch oder philosophisch, sondern als kulturelle Figur, und zeigt auf, wie politische Debatten, soziale Medien und öffentliche Diskurse den Opferbegriff derzeit umkämpfen.