Eva von Redecker: Dieser Drang nach Härte
Woher kommt der Drang nach Härte, der unsere Gegenwart prägt? Eva von Redecker sucht die Antwort nicht in Parolen oder Ideologien, sondern in den Vorstellungen von Besitz, die unsere Gesellschaft bis heute bestimmen. In ihrem neuen Buch zeigt sie, wie die uralte Idee fortlebt, über Land, Tiere – und einst auch über Frauen und versklavte Menschen – verfügen zu dürfen. Diesen «Phantombesitz», die Vorstellung eines natürlichen Rechts auf Herrschaft und Eigentum, erkennt sie als Triebkraft eines neuen autoritären Denkens. Aus scheinbar beiläufigen Beobachtungen – von der Faszination für Wehrmachtsmemorabilia bis zu skrupellosen Werbekampagnen von Anlagebanken – entwickelt sie eine scharfsinnige Analyse der Gegenwart und fragt, warum der Verlust vermeintlicher Besitzansprüche so oft in Härte, Ressentiment und faschistische Sehnsüchte umschlägt.