Karosh Taha: Gulistan
«Was weisst du von der Gewalt in den Menschen dort? Meine Vorstellung reicht nicht aus, um die Gewalt in den Menschen dort zu beschreiben. Ich spreche nur von Gulistan.» Gulistan ist eine Frau, die sich immer wieder der Ohnmacht entgegenstellt. Das zeigt sich spätestens als ihr Mann Çîya plötzlich verschwindet. Im Irak unter Diktator Saddam Hussein wird sie als Kurdin auf der Polizeistation verlacht und bedroht, als sie Çîya vermisst melden will. Geholfen wird ihr nicht. Also begibt sie sich allein auf eine Suche, die die Brutalität dieses Regimes offenbart. Als sie Çîya endlich findet, ist auch das keine Erleichterung. Er steht ihr in der Uniform des Diktators gegenüber, eingesetzt als sein Doppelgänger. Karosh Taha erzählt ungeschönt von den Unaussprechlichkeiten von Krieg und Folter. Dem entgegen stellt sie nicht nur eine Figur, in der der Widerstandswille wächst, sondern vor allem auch eine ganz eigene poetische Sprache, die neue Räume öffnet.