Muri Darida: King Cobra
Was steckt hinter Lazis Rückkehr nach Ungarn, ins Dorf Őzbarna, wo noch ein Teil der Familie lebt? Wie lässt sich die Vergangenheit abstreifen, der eigene Körper neu bewohnen, die Naht des Schweigens endlich auftrennen? Wie ein roter Faden zieht sich die Suche nach dem Jagdgewehr des Grossvaters durch den Roman – begleitet von reichlich Schnaps und familiären Zwistigkeiten. Ein bildstarkes Debüt über Kindheitstrauma und sexuellen Missbrauch, zugleich aber auch über Gegenwehr, Aufbruch und queere Identität, gespiegelt in einer ungarisch-deutschen Migrationsgeschichte. Die Sprache gleitet wie ein Kamerablick über Räume, Oberflächen und Körper, kriecht unter die Haut und macht das Unsagbare spürbar. So entsteht im Ringen um eine Entscheidung ein radikaler Ausdruck zwischen Aussenwelt und innerem Erleben.