Ralph Tharayil
Ralph Tharayil arbeitet als Autor und schreibt literarische, performative und essayistische Texte. 2023 erschien sein Debüt Nimm die Alpen weg, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde und das 2027 auf Englisch bei Seagull Books erscheint. Zuletzt war er Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin, Hausautor an den Bühnen Bern sowie Gastdozent und Mentor am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und an der Hochschule der Künste Bern. Sein Stück I. Grief. Different. Ein Trauerfest feiert im September 2026 Premiere am Theater Bremen (Regie: Miriam Ibrahim). Ralph ist Teil des post-deutschen Künstler*innenkollektivs parallelgesellschaft. Er lebt in Berlin.
Stand: Oktober 2026
Foto: Salome Dorner
Nächste Veranstaltungen
Freitag, 13.11.2026
Volkshaus
Mit Bachmann
Ingeborg Bachmanns Texte begleiten und prägen bis heute Generationen von Schreibenden. Zum 100. Geburtstag treten gegenwärtige Autor*innen in einem besonderen Leseformat nicht über, sondern mit Bachmann ins Gespräch. Sie lesen ihre persönlichen Lieblingsstellen aus deren Werk und erzählen, warum gerade diese Passagen für ihr eigenes Schreiben, Denken oder Leben bedeutsam sind. Die Lesungen entstehen mitten im Publikum. Ohne Bühne, nur im Licht eines wandernden Scheinwerfers, treten die Stimmen nacheinander hervor und lassen einen vielstimmigen Dialog mit Bachmann entstehen. So eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven auf Krankheit, Emanzipation, Sprache, Glück, Verletzlichkeit und gesellschaftliche Wirklichkeit.
Mit einer Einführung von Salomé Meier.
Autorin: Nadia Brügger
Autor: Leon Engler
Autorin: Hayat Erdoğan
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Ralph Tharayil
Autorin: Dana Vowinckel
Samstag, 14.11.2026
Aussenbühne
free
Freiluftlesungen
Auf der Kleinbaselseite der Mittleren Brücke, direkt an der Greifengasse 1, befindet sich in diesem Jahr die Aussenbühne mit Festzelt: Hier trifft Literatur auf Stadtleben. Durch das Programm führt Caterina John.
10.30 Uhr
Alisha Gamisch: Parasiti
Ein Brief bringt das Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Grossmutter Lydia aus dem Gleichgewicht. Als Lydia verstummt, beginnt Rina nachzufragen und stösst auf die Geschichte ihrer Familie. Zwischen Novosibirsk der 1960er Jahre und Fürstenfeldbruck der nahen Gegenwart erzählt Alisha Gamisch von drei russlanddeutschen Frauen.
11 Uhr
Sophie Jung, Sarina Tharayil, Anuri Tharayil und Ralph Tharayil: Freundschaft
Im Auftrag von BuchBasel und einem Basler Kundenmagazin haben die Geschwister Tharayil und Sophie Jung Texte zum Thema Freundschaft geschrieben. Die Texte wurden nicht abgedruckt und erscheinen nun jedoch als Booklet bei BuchBasel. Stolz präsentieren wir Ihnen die vier Texte.
13 Uhr
Dominic Oppliger: Gschtüel
Baden in den Nullerjahren: Auf dem Gstühl-Areal – einst von Handwerk und Gewerbe, inzwischen von Ateliers und Musik geprägt – findet ein namenloser Erzähler ein Zuhause und begegnet Julia. Als sie verschwindet und verändert zurückkehrt, beginnt eine rätselhafte Suche.
13.30 Uhr
Şeyda Kurt: Zeit der Monster
In einem heruntergekommenen Stadtviertel verbreitet sich die Nachricht vom bevorstehenden Ende der Welt. Während eine junge Frau mit einer Pistole im Rucksack durch das Viertel zieht, treffen unterschiedliche Lebensgeschichten, Zukunftsängste und Vorstellungen von Gemeinschaft aufeinander.
14 Uhr
Wortstellwerk Basel
Das Wortstellwerk – Junges Schreibhaus Basel organisiert Schreibworkshops, Textcoachings und Veranstaltungen für und mit jungen Schreibenden. Carolina Mazacek, Rosa Di Nardo und Liljana Susuri präsentieren ihre neusten Texte. Moderiert von: Anais Sommer.
15 Uhr
Hendrik Otremba: Der Gräber
Oswalth Kerzenrauch kann nicht sterben. Er überlebt den dritten Weltkrieg und die Zerstörung der Erde. Als die letzten Menschen den Planeten verlassen, bleibt er mit einer kleinen Gruppe in den Ruinen Berlins zurück. Und beginnt ein Leben nach dem Ende.
15.30 Uhr
Sarah Elena Müller: Unwucht
Alice und Rio haben einst zusammen Kunst studiert. Während sie als Kellnerin arbeitet, verliert er sich zunehmend in seiner Drogensucht. Sieben Jahre später sucht Alice das Gespräch. Doch ihre Erinnerungen sind brüchig und Rio stellt ihre Version der gemeinsamen Geschichte infrage.
16 Uhr
Eric Ehrhardt: Im Klauhof
Im Klauhof führt in eine Welt, in der das Einkaufszentrum überall ist und Konsum zum Krieg wird. Eine «Vermehrungsmeute» rüstet sich zur Erstürmung der Warenpyramide. Zwischen Werbesprache, erfundenen Markennamen und Sprachspielen sucht ein Ich nach Wegen des Widerstands.
16:30 Uhr
Christine Johanna Keller: Kopfkind
Johanna ist Anwältin, alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer demenzkranken Mutter zusammen. Während die Erkrankung der Mutter ihre vertrauten Routinen verändert, nimmt der Kontakt zu einem Mann, den sie online kennengelernt hat, zunehmend Raum ein. Moderiert von Martina Rutschmann.
17 Uhr
Literatur-Nati: Einwürfe und Kopfbälle
Die Literatur-Nati, die Equipe der Fussball spielenden Autor*innen der Schweiz, feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einer Sammlung von Kurzgeschichten, Lyrik und Spoken-Word-Texten über das Runde und das Eckige. Mit Ivan Ergić, Rolf Lappert, Andri Perl und Regula Wenger.
Autorin: Alisha Gamisch
Autorin: Sophie Jung
Autor*in: Anuri Tharayil
Autorin: Sarina Tharayil
Autor: Ralph Tharayil
Autor: Dominic Oppliger
Autorin: Şeyda Kurt
Autorin: Rosa Di Nardo
Autorin: Carolina Mazacek
Autorin: Liljana Susuri
Moderatorin: Anais Sommer
Autor: Hendrik Otremba
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Eric Ehrhardt
Autorin: Christine Johanna Keller
Moderatorin: Martina Rutschmann
Autor*innen: Schweizer Literatur-Nati
Autor: Ivan Ergić
Autor: Rolf Lappert
Autor: Andri Perl
Autorin: Regula Wenger
Moderatorin: Caterina John
Volkshaus
sinthujan varatharajah: wo zeit stehen bleibt
Im poetisch-politischen Essayband wo zeit stehen bleibt erkundet sinthujan varatharajah den modernen Tourismus als kulturelle Praxis und legt die Machtverhältnisse offen, die sich in jeder Bewegung einschreiben. Denn was für die einen eine Reise ist, bleibt für andere eine unüberwindbare Grenze. In essayistischen Miniaturen, Beobachtungen und Reflexionen führt sinthujan varatharajah durch Flughäfen, Grenzübergänge und touristische Orte. Dieser Text ist ebenso poetisch wie widerständig: Er verweigert einfache Erklärungen und eröffnet stattdessen neue Perspektiven auf Mobilität, Begegnung und Berührung und entlarvt zugleich die kolonialen Ordnungen, die unsere Gegenwart bis heute prägen.
Autor*in: sinthujan varatharajah
Moderator: Ralph Tharayil
Veranstaltungsarchiv
Freitag, 18.11.2022
Senthuran Varatharajah: Rot (Hunger)
Rot (Hunger) (S. Fischer Verlage, 2022) verbindet zwei Erzählkreise, zwei «Liebesgeschichten». Da sind einerseits zwei Männer: Der eine möchte einen Menschen essen, der andere will aufgegessen werden. Diese Geschichte ist an den Fall des Kannibalen von Rotenburg angelehnt und Senthuran Varatharajah arbeitet mit Material aus den Mail- und Chatverläufen der beiden. Auf der anderen Seite steht die Trennung zweier Figuren, von denen eine mit dem Autor den Namen teilt. Die Erzählungen verbindet die Suche nach einer Sprache der Liebe, die immer auch eine Sprache der Gewalt ist. Für seinen Debütroman Vor der Zunahme der Zeichen (S. Fischer Verlage, 2016) hat Varatharajah verschiedene Preise gewonnen, darunter den Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis.
Autor: Senthuran Varatharajah
Moderation: Ralph Tharayil
Samstag, 19.11.2022
Volkshaus
Indranjan Banerjee & Ralph Tharayil: measurings with mercury / quecksilbermessungen
In measurings with mercury/quecksilbermessungen gehen der indische Autor und Kurator Indranjan Banerjee und der Schweizer Autor Ralph Tharayil den unterschiedlichen Aggregatszuständen des menschlichen Körpers und seinen Verflechtungen mit Architekturen, Atmosphären und Interfaces nach. Als Ausgangspunkt dienen dafür die kataklysmischen Kräfte, die die Maladie suisse – das Heimweh produzieren kann und die den Körper als sensorisches Messwerkzeug hervortreten lassen: als Mittler der Affekte, als Mass für ein mögliches Zuhause. In einer Mixed-Media-Lesung verweben die Autoren Text, Körper und Bild zu einem Dialog über Verletzlichkeit und Situiertheit.
Autor: Ralph Tharayil
Autor und Kurator: Indranjan Banerjee
Sonntag, 20.11.2022
Volkshaus
Potenzial Digital: Fiktion
Sarah Elena Müller und Ralph Tharayil sind zwei Autor*innen, deren Literatur längst nicht mehr zwischen zwei Buchdeckel passt. Sie glitchen durch die Gattungen und Künste. Sie verbinden Performance, Text und Klang und erproben dort ganz neuartige Formsprachen und Erzählhaltungen. Im Gespräch berichten sie von digitalen Möglichkeitsräumen für Geschichten und immersive Welten und diskutieren, in welchen Kontexten zeitgenössisches Erzählen steht und entsteht.
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Ralph Tharayil
Moderation: Chris Möller
Samstag, 15.11.2025
Jazzcampus
Georgi Gospodinov: Der Gärtner und der Tod
«Es überleben nur die Geschichten. Und der Garten, den mein Vater angelegt hatte, bevor er starb», schreibt der Booker-Prize-Träger Georgi Gospodinov in seinem neuen autobiografischen Buch. Darin erzählt er vom schmerzhaften Abschiednehmen und von der Sehnsucht nach demjenigen Leben, das fortgeht und nicht wiederkehrt. Mit dem Verlust des Vaters werden Erinnerungen wach. Die Gedächtnisarbeit richtet sich dabei ebenso an den Verstorbenen wie an den Erzählenden selbst. Denn das Schreiben hilft, die Angst vor dem Verlassenwerden zu überwinden und zu trauern. So ist eine Hommage an das anekdotenreiche Leben des eigenen Vaters entstanden, aber auch an die Sprache der Blumen: «Mein Vater hat uns doch letzte Worte hinterlassen, sagte ich mir. Im Frühling werden wir sie lesen.»
English
Autor: Georgi Gospodinov
Moderatorin: Katrin Eckert
Voleser: Ralph Tharayil
Volkshaus
ausverkauft
Writers in Prison Day mit Hasan Coşar
«In der Türkei Schriftsteller zu sein und zu bleiben – aufrecht, würdevoll und ohne den eigenen Stift zu verkaufen – ist ein Akt des Widerstands», sagt der türkischsprachige Autor kurdischer Herkunft Hasan Coşar, der aufgrund seines menschenrechtlichen Engagements insgesamt fast dreizehn Jahre in türkischen Gefängnissen verbrachte. Er berichtet in seinen Gedichten, Erzählungen und Sachbüchern von Verfolgung, Haft und dem Schreiben unter widrigsten Bedingungen. Und von der Absurdität von Gerichtsverfahren, in denen insbesondere Kurd*innen mit sprachlichen Barrieren konfrontiert sind, die gezielt gegen sie eingesetzt werden.
Leyla Yildiz-Albayrak hat eine Erzählung Coşars eigens für die Veranstaltungsreihe im Herbst 2025 ins Deutsche übertragen. Ein Büchlein mit dem Text wird vor Ort erwerbbar sein.
Anlässlich des Writers in Prison Day richtet das Deutschschweizer PEN Zentrum jedes Jahr den Blick auf Autor*innen, die aufgrund ihrer Arbeit inhaftiert sind oder waren.
Mit Unterstützung der Burgergemeinde Bern, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich und Swisslos, Refuge Network for Artists, Stadt Zürich Kultur, Swisslos / Kultur Kanton Bern.
Türkisch / Deutsch
Autor: Hasan Coşar
Moderator: Demian Cornu
Übersetzerin: Leyla Yildiz-Albayrak
Vorleser: Ralph Tharayil
Volkshaus
ausverkauft
Für wen machen wir Kultur?
ACHTUNG: Diese Veranstaltung findet neu im Galeriesaal statt.
Wer macht in einer Kulturinstitution aus welchen Gründen welches Programm für welches Publikum? Seit 2024 unterstützen die Autor*innen Ivna Žic, Ralph Tharayil und Henri-Michel Yéré das Literaturhaus Basel dabei, seine Kriterien für die Programmierung zu hinterfragen und das Haus für möglichst viele Menschen relevant und zugänglich zu machen. Im Gespräch mit Anna Zosik – sie begleitet als Kulturberaterin Prozesse im Bereich Diversität und Partizipation – diskutieren sie, was für einen nachhaltigen Wandel wichtig ist und welche Verantwortung Kulturinstitutionen haben. Bekommen das Kuratieren und das literarische Schreiben im Zuge des Comebacks autoritärer Gesellschaftsmodelle eine neue Wichtigkeit?
In Kooperation mit dem Literaturhaus Basel.
Die Platzzahl ist beschränkt und die Veranstaltung nicht im Pass inbegriffen. Bitte buchen Sie ein gratis Billett.
Deutsch
Autor: Ralph Tharayil
Autor: Henri-Michel Yéré
Autorin: Ivna Žic
Moderatorin: Anna Zosik
Sonntag, 16.11.2025
Volkshaus
Georgi Gospodinov: Der Gärtner und der Tod
ACHTUNG:Diese Veranstaltung musste auf Wunsch des Autors auf den Samstagmorgen verschoben werden: Sie findet neu am Samstag, 15. November um 11 Uhr im Jazzcampus statt.
«Es überleben nur die Geschichten. Und der Garten, den mein Vater angelegt hatte, bevor er starb», schreibt der Booker-Prize-Träger Georgi Gospodinov in seinem neuen autobiografischen Buch. Darin erzählt er vom schmerzhaften Abschiednehmen und von der Sehnsucht nach demjenigen Leben, das fortgeht und nicht wiederkehrt. Mit dem Verlust des Vaters werden Erinnerungen wach. Die Gedächtnisarbeit richtet sich dabei ebenso an den Verstorbenen wie an den Erzählenden selbst. Denn das Schreiben hilft, die Angst vor dem Verlassenwerden zu überwinden und zu trauern. So ist eine Hommage an das anekdotenreiche Leben des eigenen Vaters entstanden, aber auch an die Sprache der Blumen: «Mein Vater hat uns doch letzte Worte hinterlassen, sagte ich mir. Im Frühling werden wir sie lesen.»
Mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer.
Englisch
Autor: Georgi Gospodinov
Moderatorin: Katrin Eckert
Vorleser: Ralph Tharayil
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai