Politische Podien
Samstag, 14.11.2026
kHaus
Erzählte Normen: Über Repräsentation, chronische Erkrankungen und Neurodivergenz in der Literatur
Literatur über Behinderungen, chronische Erkrankungen und Neurodivergenz ist heute sichtbarer denn je. Doch wer erzählt diese Geschichten – und wer wird dabei ausgelassen? Welche Bilder von Krankheit prägen Literatur und Öffentlichkeit bis heute? Und wie lassen sich stereotype Vorstellungen von Leid, Heilung oder Überwindung durchbrechen? Die Autorinnen Paula Fürstenberg und Maria Zimmermann sprechen über Repräsentation, Selbstbestimmung und die Verantwortung des Erzählens. Gemeinsam diskutieren sie, weshalb Sichtbarkeit allein nicht genügt, welche Narrative den Literaturbetrieb noch immer bestimmen und wie neue literarische Stimmen unsere Vorstellungen verändern.
Diese Veranstaltung bildet den Auftakt zur Reihe Normwechsel, die im Literaturhaus Basel fortgeführt wird.
Autorin: Paula Fürstenberg
Autorin: Maria Zimmermann
Moderatorin: Marah Rikli
kHaus
Wie werden wir Autokratien los?
Angesichts der autoritären Wende, die sich in vielen Ländern abzeichnet oder bereits Realität geworden ist, wirft das Podium die Frage auf, wie die Kunst dazu beitragen kann, autoritären Regimes entgegenzutreten. Auch die Slowakei bewegt sich seit längerem am postdemokratischen Abgrund. Der slowakische Autor Michal Hvorecký ruft in seinem Buch Dissident dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen, und zeigt, was zivilgesellschaftliches Engagement bewirken kann. Michal Hvorecký und die Slawistin und Literaturwissenschaftlerin Sylvia Sasse, die unter anderem zu russischer Staatspropaganda forscht, sprechen darüber, was zeitgenössische, insbesondere literarische Dissident*innen bewirken können. Kommt der Literatur eine politische Verantwortung zu, wenn die Freiheit des Wortes auf dem Spiel steht?
Autor: Michal Hvorecký
Autorin, Literaturwissenschaftlerin: Sylvia Sasse
kHaus
Witchful Thinking: Künstlerische Intelligenz und literarische Vorstellungskraft
Klimakatastrophe, Autokrat*innen und Tech Bros: Die Welt, wie wir sie kannten, wird gerade mit solcher Wucht infrage gestellt, dass man meinen könnte, es gäbe für Auswege keine Worte mehr. Regiert nur noch das Recht der Stärkeren? Ist Widerstand zwecklos? Oder könnte nicht gerade die Literatur mit ihrer Verwandlungskraft Hoffnungen in Realitäten übersetzen? In faschistischen Gesellschaften provoziert jede Schwäche die Aggression der Stärkeren: Aber wie schwach ist es, nur auf dem Rücken von anderen stark sein zu können? In welcher Beziehung stehen Stärke und Schwäche zueinander und wie viel Stärke liegt in der Schwäche? Julia Weber und Hengameh Yaghoobifarah versuchen uns im Gespräch mit Cornelia Pierstorff aus der Sprachlosigkeit zu führen – mit einer Prise literarischer Magie und dem Wissen ganz neuer Hexen.
Autorin: Julia Weber
Autor*in: Hengameh Yaghoobifarah
Moderator*in: Cornelia Pierstorff
Sonntag, 15.11.2026
Volkshaus
Vom Faschismus sprechen?
Die Stürme der Gegenwart spülen Ideologien wieder an die Oberfläche, die offenbar zu früh für tot erklärt wurden. Wie finden wir angemessene Worte für – und vielleicht auch gegen – die autoritären Antworten auf die Krisen unserer Zeit? Der Begriff der «Faschisierung» versucht, aktuelle Entwicklungen zu beschreiben, ohne sie mit dem historischen Faschismus gleichzusetzen. Eva von Redecker zeigt in ihrem gleichnamigen Essay, wie der «Drang nach Härte» die neuen Autoritarismen prägt. Morten Paul beschäftigt sich damit, wie bereits historisch um den Begriff des «Faschismus» gerungen wurde, und Asal Dardan fordert: Statt nur «Nie wieder. zu sagen, braucht es eine «Gegenwehr im Jetzt». Gemeinsam mit Anna Jikhareva diskutieren sie, welche sprachlichen Werkzeuge wir brauchen, um die neuen Autoritarismen zu verstehen und ihnen entgegenzutreten.
Autorin: Asal Dardan
Autor: Morten Paul
Autorin: Eva von Redecker
Moderatorin: Anna Jikhareva