Şeyda Kurt
Şeyda Kurt (*1992 in Köln-Kalk) arbeitet unter anderem für Zeit online und Deutschlandfunk Kultur sowie für Podcasts, wie beispielsweise die preisgekrönten Arbeit 190220 – Ein Jahr nach Hanau. Sie kuratierte unter anderem für das Literarische Colloquium Berlin und das Goethe-Institut, moderiert die Gesprächsreihe What a Crime am Schauspielhaus Bochum, verfasste gefeierte Theatertexte und war Mitherausgeberin des Sammelbandes Spiel*Kritik. Kritische Perspektiven auf Videospiele im Kapitalismus. 2021 erschien ihr Bestseller Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist, 2023 Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls. Zeit der Monster ist ihr erster Roman.
Stand: Oktober 2026
Foto: Harriet Meyer
Nächste Veranstaltungen
Samstag, 14.11.2026
Aussenbühne
free
Freiluftlesungen
Auf der Kleinbaselseite der Mittleren Brücke, direkt an der Greifengasse 1, befindet sich in diesem Jahr die Aussenbühne mit Festzelt: Hier trifft Literatur auf Stadtleben. Durch das Programm führt Caterina John.
10.30 Uhr
Alisha Gamisch: Parasiti
Ein Brief bringt das Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Grossmutter Lydia aus dem Gleichgewicht. Als Lydia verstummt, beginnt Rina nachzufragen und stösst auf die Geschichte ihrer Familie. Zwischen Novosibirsk der 1960er Jahre und Fürstenfeldbruck der nahen Gegenwart erzählt Alisha Gamisch von drei russlanddeutschen Frauen.
11 Uhr
Sophie Jung, Sarina Tharayil, Anuri Tharayil und Ralph Tharayil: Freundschaft
Im Auftrag von BuchBasel und einem Basler Kundenmagazin haben die Geschwister Tharayil und Sophie Jung Texte zum Thema Freundschaft geschrieben. Die Texte wurden nicht abgedruckt und erscheinen nun jedoch als Booklet bei BuchBasel. Stolz präsentieren wir Ihnen die vier Texte.
13 Uhr
Dominic Oppliger: Gschtüel
Baden in den Nullerjahren: Auf dem Gstühl-Areal – einst von Handwerk und Gewerbe, inzwischen von Ateliers und Musik geprägt – findet ein namenloser Erzähler ein Zuhause und begegnet Julia. Als sie verschwindet und verändert zurückkehrt, beginnt eine rätselhafte Suche.
13.30 Uhr
Şeyda Kurt: Zeit der Monster
In einem heruntergekommenen Stadtviertel verbreitet sich die Nachricht vom bevorstehenden Ende der Welt. Während eine junge Frau mit einer Pistole im Rucksack durch das Viertel zieht, treffen unterschiedliche Lebensgeschichten, Zukunftsängste und Vorstellungen von Gemeinschaft aufeinander.
14 Uhr
Wortstellwerk Basel
Das Wortstellwerk – Junges Schreibhaus Basel organisiert Schreibworkshops, Textcoachings und Veranstaltungen für und mit jungen Schreibenden. Carolina Mazacek, Rosa Di Nardo und Liljana Susuri präsentieren ihre neusten Texte. Moderiert von: Anais Sommer.
15 Uhr
Hendrik Otremba: Der Gräber
Oswalth Kerzenrauch kann nicht sterben. Er überlebt den dritten Weltkrieg und die Zerstörung der Erde. Als die letzten Menschen den Planeten verlassen, bleibt er mit einer kleinen Gruppe in den Ruinen Berlins zurück. Und beginnt ein Leben nach dem Ende.
15.30 Uhr
Sarah Elena Müller: Unwucht
Alice und Rio haben einst zusammen Kunst studiert. Während sie als Kellnerin arbeitet, verliert er sich zunehmend in seiner Drogensucht. Sieben Jahre später sucht Alice das Gespräch. Doch ihre Erinnerungen sind brüchig und Rio stellt ihre Version der gemeinsamen Geschichte infrage.
16 Uhr
Eric Ehrhardt: Im Klauhof
Im Klauhof führt in eine Welt, in der das Einkaufszentrum überall ist und Konsum zum Krieg wird. Eine «Vermehrungsmeute» rüstet sich zur Erstürmung der Warenpyramide. Zwischen Werbesprache, erfundenen Markennamen und Sprachspielen sucht ein Ich nach Wegen des Widerstands.
16:30 Uhr
Christine Johanna Keller: Kopfkind
Johanna ist Anwältin, alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer demenzkranken Mutter zusammen. Während die Erkrankung der Mutter ihre vertrauten Routinen verändert, nimmt der Kontakt zu einem Mann, den sie online kennengelernt hat, zunehmend Raum ein. Moderiert von Martina Rutschmann.
17 Uhr
Literatur-Nati: Einwürfe und Kopfbälle
Die Literatur-Nati, die Equipe der Fussball spielenden Autor*innen der Schweiz, feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einer Sammlung von Kurzgeschichten, Lyrik und Spoken-Word-Texten über das Runde und das Eckige. Mit Ivan Ergić, Rolf Lappert, Andri Perl und Regula Wenger.
Autorin: Alisha Gamisch
Autorin: Sophie Jung
Autor*in: Anuri Tharayil
Autorin: Sarina Tharayil
Autor: Ralph Tharayil
Autor: Dominic Oppliger
Autorin: Şeyda Kurt
Autorin: Rosa Di Nardo
Autorin: Carolina Mazacek
Autorin: Liljana Susuri
Moderatorin: Anais Sommer
Autor: Hendrik Otremba
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Eric Ehrhardt
Autorin: Christine Johanna Keller
Moderatorin: Martina Rutschmann
Autor*innen: Schweizer Literatur-Nati
Autor: Ivan Ergić
Autor: Rolf Lappert
Autor: Andri Perl
Autorin: Regula Wenger
Moderatorin: Caterina John
Volkshaus
Şeyda Kurt: Zeit der Monster
Zeit der Monster erzählt von einem Stadtviertel, das seltsam abgeschnitten und apokalyptisch wirkt. Dieses Viertel hat keinen Namen, seine Bewohner*innen nennen es nur Sumpf – «ein Drogensumpf, ein Elendssumpf, ein Krawallsumpf, ein verkommenes Sumpfviertel.» Die Personen, die hier leben, haben sich in den Umständen eingerichtet, sich ihnen aber nicht ergeben. Stattdessen leben sie in Wahlfamilien und Solidarsystemen. Da ist zum Beispiel Mira, die Betreiberin des Muskelpalastes Mc Burn, Dr. Shifa, eine engagierte Ärztin aus der Soli-Ambulanz, oder Pfarrer Angelo, dessen Kirche sich mit immer mehr Ängstlichen füllt, seit eine Prophezeiung auf TikTok den Weltuntergang angekündigt hat. Und da ist Sanya, die «Heldin dieser Geschichte», deren Suche durch die Begegnung mit einem Namenlosen im Gemeinschaftsgarten eine neue Richtung nimmt.
In Kooperation mit dem Magazin annabelle.
Autorin: Şeyda Kurt
Moderatorin: Barbara Loop
Veranstaltungsarchiv
Freitag, 17.11.2023
Volkshaus
ausverkauft
Festliche Eröffnung
Herzlich willkommen zur Eröffnungsfeier des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel!
Achtung: Die Sitzplätze sind ausverkauft. Es gibt einige Stehplätze hinten im Saal.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals erwartet Sie passend zu unserem Festivalthema Ich – Du – Wir eine kollektiv geschriebene Eröffnungsrede: verfasst von Şeyda Kurt, Nadia Owusu und Ivna Žic. Alle drei Autor*innen sind vielsprachig und vollziehen in ihren Texten autosoziobiografische Suchbewegungen in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ob in ihren Essays, Sachbüchern, Romanen oder Erzählungen: Sie zeigen auf, wie politisch das Private ist, wie historische Ereignisse das Jetzt prägen und wie dringend diese neu erzählt werden müssen.
Musikalisch wird die Feier von I Used To Be Sam begleitet. Die New Yorker Wahlbaslerin Annie Goodchild hat ihre musikalischen Spuren bereits auf der ganzen Welt hinterlassen und begeistert mit ihrer starken und berührenden Stimme. Grussworte sprechen Katrin Grögel, Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, und die Ständerätin und Vorstandspräsidentin von LiteraturBasel Eva Herzog.
Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Apéro ein. Und damit es für alle genug zu trinken gibt, bitten wir um Anmeldung.
Happy Festival <3
Autor*in: Şeyda Kurt
Autorin: Nadia Owusu
Autorin: Ivna Žic
Musikerin: I Used To Be Sam
Samstag, 18.11.2023
Volkshaus
Ich – Das Individuum und die Gesellschaft
Wie können wir angesichts drängender Herausforderungen wie dem Klimawandel und wachsender Ungleichheit ins Handeln kommen – als Individuen und als Gesellschaft? Welche Verantwortung liegt bei uns als Individuen, wo aber muss die Politik die Wirtschaft in die Pflicht nehmen und kapitalistischen Logiken entgegenwirken? Was sind wirksame Formen der politischen Teilhabe und des Aktivismus, wenn die demokratischen Prozesse zu träge scheinen? Und können wir überhaupt von einer demokratischen Gesellschaft sprechen, wenn ein Viertel der Bevölkerung kein politisches Mitspracherecht hat? Die Autorin Şeyda Kurt, die Klimaaktivistin Cécile Bessire und der Soziologe Ueli Mäder beleuchten mit Christoph Keller das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven.
Das Podium zum Nachhören:
Ich – Du –Wir? Radio X haben BuchBasel-Autor*innen gefragt! Erkennst Du die Stimmen?
Klimaaktivistin: Cécile Bessire
Autor*in: Şeyda Kurt
Soziologe: Ueli Mäder
Moderator: Christoph Keller
Volkshaus
wenig Plätze
Şeyda Kurt: HASS
Achtung: Die Veranstaltung findet neu im Festsaal des Volkshauses statt.
Im Debüt Radikale Zärtlichkeit (2021) schrieb Şeyda Kurt über eine politische Konzeption von Liebe. Nach der Zärtlichkeit geht es nun weiter mit dem HASS, der gesellschaftlich oft negativ konnotiert ist. Ist er nicht das Gegenteil von Liebe? Oder ist er vielleicht doch das widerständige Werkzeug, das wir brauchen, um eine neue, liebevollere Gesellschaft zu schaffen? Wer darf überhaupt hassen und wem wird dieses Gefühl abgesprochen? Mit Selbstermächtigung und politischer Analyse schreibt Kurt über den kleinen Polizisten, der einem im Ohr sitzt und bestrafen will; über Menschen, die hassen oder gehasst werden. Und darüber, dass wir uns für Gefühle manchmal auch bewusst entscheiden können: sowohl Haters als auch Lovers sind.
Autor*in: Şeyda Kurt
Moderatorin: Hannan Salamat