Programm 2026
BuchBasel – das sind drei Tage voller literarischer Begegnungen, Gespräche und Entdeckungen. Freuen Sie sich auf Autor*innen und gesellschaftliche Analysen mit Deborah Levy, Carolin Emcke, Robert Habeck, Eva von Redecker und Alice Hasters. Ausserdem stellen wir Ihnen den Booker-Prize-Autoren David Szalay und den Nominierten Tash Aw vor, sowie einen der wichtigsten politischen Comickünstler aus dem Iran, Mana Neyestani. Am Festivalsamstag lesen wie immer die Nominierten des Schweizer Buchpreises. Neu dabei: Yours truly, unser Programmteil für Fans von New-Adult-Literatur.
Fokusthema halten
Was hält uns, wenn Vertrautes ins Wanken gerät? Was trägt uns, wenn die Gegenwart komplexer, widersprüchlicher und manchmal schwer auszuhalten wird? Und was bedeutet es, selbst Haltung zu zeigen? Mit unserem diesjährigen Fokusthema halten widmet sich BuchBasel diesen Fragen. Halten kann bedeuten, etwas zu bewahren, Verantwortung zu übernehmen, an etwas festzuhalten. Aber auch, Spannungen auszuhalten, ohne vorschnelle Antworten zu suchen. Dabei kann Literatur uns zumuten, hinzusehen, und immer wieder: Halt geben. Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen zum Fokus.
Freier Eintritt
Von der Eröffnung bis zur Verleihung des Schweizer Buchpreises: Auch dieses Jahr bietet BuchBasel wieder viel Programm, das kostenlos ist. Festivalautor*innen lesen im Schaufenster des Manors und auf der Mittleren Brücke. Selber kreativ wird man bei Schreib-Workshops, Comic-Zeichnen und Ton-Lesungen, abtauchen kann man in einen Film, ein Hörspiel oder ein Buch beim silent reading rave, um am Abend wieder aufzudrehen: bei einer literarischen Bühnenshow, dem Pubquiz oder der Party im Sääli. Und wer nicht dabei sein kann: Viele Veranstaltungen können während des Festivals als Audiostream mitgehört werden.
Scrollen Sie durchs Programm und stellen Sie sich mit der Like-Liste Ihr persönliches Programm zusammen – drücken Sie dafür einfach auf das <3 bei Ihren Lieblingsveranstaltungen.
Freitag, 13.11.2026
Volkshaus
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Texte aus der Schreibwerkstatt
Unter der Leitung von Maria Marggraf schreiben Schüler*innen des Gymnasiums Oberwil in der Woche vor BuchBasel eigene Texte zu Zukunftsbildern. Diese präsentieren sie zum Festivalauftakt. Von Maria Marggraf erschienen die Lyrikbände am morgen der schildkrötenpanzer und ich aß dein kraut. Derzeit schreibt sie an einem Theaterstück über die Figur der Kassandra.
Die Veranstaltung wird unterstützt von der Abteilung Kulturförderung Basellandschaft und ist eine Kooperation des Gymnasiums Oberwil (Förderverein FGO) mit BuchBasel und dem Literaturhaus Basel.
Moderatorin: Maria Marggraf
Volkshaus
Julia Weber: Weil ich Ruth bin
In ihrem neuen Roman Weil ich Ruth bin erzählt Julia Weber die Geschichte eines Mädchens, das mit Fell zur Welt kommt. Ruth besitzt eine Kraft, die Natur beeinflusst und Menschen vorübergehend in Tiere verwandeln kann. Aus ihrer Perspektive entfaltet sich eine poetische Erzählung über Zugehörigkeit und Ausgrenzung, über den Blick der anderen und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Mit ihrer unverwechselbaren, sinnlichen Sprache verbindet Julia Weber Coming-of-Age mit magischem Realismus und schafft eine ebenso zarte wie kraftvolle Geschichte über Identität, Verletzlichkeit und die Freiheit, anders zu sein.
Autorin: Julia Weber
Moderatorin: Hannan Salamat
Manor
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Schaufensterlesungen in der Greifengasse
Im Manor-Schaufenster werden Ihnen am Freitagnachmittag ausgewählte Texte von Festivalautor*innen präsentiert. Halten Sie mitten im Einkaufsbummel kurz inne und lassen Sie sich von Literatur an einem ungewohnten Ort inspirieren.
15 Uhr
Katja Brunner
Die Kunst der Wunde
15.30 Uhr
Leon Engler
Botanik des Wahnsinns
16 Uhr
Dana Vowinckel
Anton und Alma
16.30 Uhr
Carlo Leone Spiller
Geschichte vom Rande der Stadt
17 Uhr
Hayat Erdoğan
Hauptsache kein Zeitgeist
Autorin: Katja Brunner
Autor: Leon Engler
Autorin: Dana Vowinckel
Autor: Carlo Leone Spiller
Autorin: Hayat Erdoğan
Volkshaus
Shida Bazyar: Die Lücken
Das Dorf «Heimesbach» gibt es nicht, und doch kommt es überall in Deutschland vor. Spuren der NS-Vergangenheit sind hier sichtbar und zugleich totgeschwiegen: «Die, die hätten erzählen können, wollen nicht erzählen. Die, die hätten erzählen wollen, hat man ermordet. Der Ort bleibt der Ort, seine Strassen werden geebnet, auf den Ackerflächen entstehen neue Häuser.»
Shida Bazyar verdichtet in ihrem Roman die Chronik eines fiktiven Ortes aus wechselnden Perspektiven, von der Vorkriegszeit bis in die Gegenwart. Sie entlarvt sowohl die Illusion, die Vergangenheit sei abgeschlossen als auch die Banalisierung, alles sei nicht so schlimm gewesen. Und sie stellt die Frage nach dem Fundament, auf dem unser Heimatbegriff steht, sowie danach, wie eine Gemeinschaft die Gewalt rechtfertigt, die sie zum vermeintlichen Schutz gegen «andere» einsetzt.
Autorin: Shida Bazyar
Moderatorin: Ana Sobral
Volkshaus
Kein Text ist allein ein Text
Zum 70. Geburtstag erhalten Birgit Kempker und Friederike Kretzen eine Carte Blanche. Zusammen mit Dorothea Dieckmann und Heike Fiedler stellen sie ihre Ahninnen und Ahnungen vor: «Wir täuschen uns, wenn wir glauben, wir schrieben nur unsere eigenen Texte. Kein Text ist allein ein Text. Immer sind da auch die Texte der anderen, die mitschreiben, die vor und nach uns schreiben, die uns antworten und sagen können, wie es weitergeht. Wir wollen erzählen, was wir sind und was nicht, unsere Geschichte und unsere Geschichten, alles, was uns begleitet, wenn wir aufs Glück wetten, auf andere Ausgänge und Wege.»
Autorin: Dorothea Dieckmann
Autorin: Heike Fiedler
Autorin: Birgit Kempker
Autorin: Friederike Kretzen
Volkshaus
free
Festliche Eröffnung
Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung des Festivals ein!
Die britische Autorin Deborah Levy hält die Eröffnungsrede zum Festivalthema halten. In ihren vielfach ausgezeichneten Romanen, Essays, und Gedichten erkundet sie die fragile Balance zwischen Festhalten und Loslassen, Freiheit und Bindung. Für die musikalische Begleitung sorgt die junge Basler Indie-Rock- Band Malummí. Grussworte sprechen die Baselbieter Regierungsrätin Kathrin Schweizer und unsere Vereinspräsidentin und Ständerätin Eva Herzog. Durch die Eröffnung führt Anja Glover.
Happy Festival!
Autorin: Deborah Levy
Musik: . Malummí
Moderatorin: Anja Glover
Jazzcampus
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SRF: Live-Ausstrahlung Passage mit Katja Brunner und Viviane Chassot
Die Autorin Katja Brunner seziert in ihren lyrischen Texten scheinbar feste Gewissheiten, rasant und scharfzüngig. So auch in ihrem neuesten Buch: Die Kunst der Wunde. Rhythmisch und genreübergreifend entwickelt sie darin einen mitreissenden Sprachstrom voller Echos und mehrstimmigem Erzählen. Im Verhandeln von Freiheit und Würde, Widerstandskraft und Verletzlichkeit befragt Katja Brunner die Verhältnisse der Gegenwart. Für die Live-Ausstrahlung der SRF-Radiosendung Passage begegnet sie der Akkordeonistin Viviane Chassot. Die Musikerin spielt neben klassischen Kompositionen auch Jazz und Improvisationsmusik. Sie reagiert instrumental auf die Performance von Katja Brunner. So trifft Musik auf Dichtung, und live entstehen im Dialog intensive Klang- und melodische Sprachwelten.
Die Anzahl Plätze ist begrenzt. Bitte buchen Sie Ihr gratis Billett auf buchbasel.ch.
Autorin: Katja Brunner
Musikerin: Viviane Chassot
Moderator: Felix Münger
Volkshaus
Deborah Levy: Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein
DE
Die Erzählerin in Deborah Levys neuem Roman verbringt ihre Zeit in Paris auf der Suche: nach der verlorenen Katze ihrer Freundin, aber vor allem nach Gertrude Stein. Sie soll einen Essay über die Schriftstellerin schreiben, aber verzweifelt daran immer wieder. Es fällt ihr schwer, dieser ikonischen Figur und ihrer Bedeutung für die Moderne gerecht zu werden. Also geht sie zum Friedhof Père Lachaise, um das Grab zu finden, sie umgibt sich mit Steins Texten, sammelt biografische Fakten, diskutiert mit ihren Pariser Freund*innen. Die eigentliche Annäherung an Stein findet aber schliesslich mit und in der Sprache selbst statt. Dem Roman gelingt eine besondere Verschränkung von Inhalt und Form, eine Neukomposition, eine Vergegenwärtigung von Gertrude Steins Stil und Denken in Anwendung, in der Levy ebenso klug und unangepasst über die Gegenwart nachdenkt wie Stein über ihre Zeit.
EN
The narrator in Deborah Levy’s new novel spends her time in Paris on a quest: to find her friend’s lost cat, but above all to find Gertrude Stein. She is supposed to write an essay about the writer, but keeps getting stuck on it. She finds it difficult to do justice to this iconic figure and her significance for modernism. So she goes to Père Lachaise Cemetery to find the grave, immerses herself in Stein’s writings, gathers biographical facts and discusses the subject with her Parisian friends. Ultimately, however, her true engagement with Stein takes place through and within language itself. The novel achieves a unique interweaving of content and form, a recomposition, a bringing to life of Gertrude Stein’s style and thought in practice, in which Levy reflects on the present with the same intelligence and non-conformity as Stein did on her own time.
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autorin: Deborah Levy
Moderatorin: Sharmaine Lovegrove
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
Robert Habeck: Arctic Meltdown
Die Neuvermessung der Welt heisst es im Untertitel des neuen Buches von Robert Habeck. Was hier neu vermessen wird, ist die geopolitische Wirklichkeit. Der ehemalige deutsche Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz blickt auf die Arktis. Die schwindenden Eisflächen sind hier nicht mehr nur Symbolbild der Klimakatastrophe, sondern auch der Austragungsort von neuen Machtkämpfen. Denn wo das Eis schmilzt, entstehen auch neue Schifffahrts- und Handelsrouten, die imperiale Fantasien wecken. Robert Habeck beschreibt in Arctic Meltdown die Geschichte der Arktis, erzählt von den Menschen, die dort leben, und blickt hinter die Kulissen der Weltpolitik. Dabei geht er auch der Frage nach, wie liberale Demokratien Krisen überstehen und Probleme lösen können.
Autor: Robert Habeck
Volkshaus
Mit Bachmann
Ingeborg Bachmanns Texte begleiten und prägen bis heute Generationen von Schreibenden. Zum 100. Geburtstag treten gegenwärtige Autor*innen in einem besonderen Leseformat nicht über, sondern mit Bachmann ins Gespräch. Sie lesen ihre persönlichen Lieblingsstellen aus deren Werk und erzählen, warum gerade diese Passagen für ihr eigenes Schreiben, Denken oder Leben bedeutsam sind. Die Lesungen entstehen mitten im Publikum. Ohne Bühne, nur im Licht eines wandernden Scheinwerfers, treten die Stimmen nacheinander hervor und lassen einen vielstimmigen Dialog mit Bachmann entstehen. So eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven auf Krankheit, Emanzipation, Sprache, Glück, Verletzlichkeit und gesellschaftliche Wirklichkeit.
Mit einer Einführung von Salomé Meier.
Autorin: Nadia Brügger
Autor: Leon Engler
Autorin: Hayat Erdoğan
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Ralph Tharayil
Autorin: Dana Vowinckel
Samstag, 14.11.2026
Literaturhaus Basel
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Workshop: Wir dichten mit Bildern und malen Gedichte
In diesem Jahr steht das Kinderbuchfestival ganz im Zeichen der Poesie: Wir dichten mit Bildern, schreiben und malen kurze und lange Gedichte. Der Raum im Literaturhaus steht allen offen, die kreativ sein möchten – egal, ob du mit dem Kopf in den Wolken schwebst, mit den Füssen fest auf dem Boden stehst, eine Hexe, eine Fee, ein Fisch oder eine Nixe bist. Bring deine Fantasie mit und spiele mit Worten und Farben. Vor Ort findest du alles notwendige Material sowie eine Leseecke und viel Poesie.
Kursleiterin: Ilaria Curti
Kursleiter: Urs Schaub
Aussenbühne
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Freiluftlesungen
Auf der Kleinbaselseite der Mittleren Brücke, direkt an der Greifengasse 1, befindet sich in diesem Jahr die Aussenbühne mit Festzelt: Hier trifft Literatur auf Stadtleben. Durch das Programm führt Caterina John.
10.30 Uhr
Alisha Gamisch: Parasiti
Ein Brief bringt das Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Grossmutter Lydia aus dem Gleichgewicht. Als Lydia verstummt, beginnt Rina nachzufragen und stösst auf die Geschichte ihrer Familie. Zwischen Novosibirsk der 1960er Jahre und Fürstenfeldbruck der nahen Gegenwart erzählt Alisha Gamisch von drei russlanddeutschen Frauen.
11 Uhr
Sophie Jung, Sarina Tharayil, Anuri Tharayil und Ralph Tharayil: Freundschaft
Im Auftrag von BuchBasel und einem Basler Kundenmagazin haben die Geschwister Tharayil und Sophie Jung Texte zum Thema Freundschaft geschrieben. Die Texte wurden nicht abgedruckt und erscheinen nun jedoch als Booklet bei BuchBasel. Stolz präsentieren wir Ihnen die vier Texte.
13 Uhr
Dominic Oppliger: Gschtüel
Baden in den Nullerjahren: Auf dem Gstühl-Areal – einst von Handwerk und Gewerbe, inzwischen von Ateliers und Musik geprägt – findet ein namenloser Erzähler ein Zuhause und begegnet Julia. Als sie verschwindet und verändert zurückkehrt, beginnt eine rätselhafte Suche.
13.30 Uhr
Şeyda Kurt: Zeit der Monster
In einem heruntergekommenen Stadtviertel verbreitet sich die Nachricht vom bevorstehenden Ende der Welt. Während eine junge Frau mit einer Pistole im Rucksack durch das Viertel zieht, treffen unterschiedliche Lebensgeschichten, Zukunftsängste und Vorstellungen von Gemeinschaft aufeinander.
14 Uhr
Wortstellwerk Basel
Das Wortstellwerk – Junges Schreibhaus Basel organisiert Schreibworkshops, Textcoachings und Veranstaltungen für und mit jungen Schreibenden. Carolina Mazacek, Rosa Di Nardo und Liljana Susuri präsentieren ihre neusten Texte. Moderiert von: Anais Sommer.
15 Uhr
Hendrik Otremba: Der Gräber
Oswalth Kerzenrauch kann nicht sterben. Er überlebt den dritten Weltkrieg und die Zerstörung der Erde. Als die letzten Menschen den Planeten verlassen, bleibt er mit einer kleinen Gruppe in den Ruinen Berlins zurück. Und beginnt ein Leben nach dem Ende.
15.30 Uhr
Sarah Elena Müller: Unwucht
Alice und Rio haben einst zusammen Kunst studiert. Während sie als Kellnerin arbeitet, verliert er sich zunehmend in seiner Drogensucht. Sieben Jahre später sucht Alice das Gespräch. Doch ihre Erinnerungen sind brüchig und Rio stellt ihre Version der gemeinsamen Geschichte infrage.
16 Uhr
Eric Ehrhardt: Im Klauhof
Im Klauhof führt in eine Welt, in der das Einkaufszentrum überall ist und Konsum zum Krieg wird. Eine «Vermehrungsmeute» rüstet sich zur Erstürmung der Warenpyramide. Zwischen Werbesprache, erfundenen Markennamen und Sprachspielen sucht ein Ich nach Wegen des Widerstands.
16:30 Uhr
Christine Johanna Keller: Kopfkind
Johanna ist Anwältin, alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer demenzkranken Mutter zusammen. Während die Erkrankung der Mutter ihre vertrauten Routinen verändert, nimmt der Kontakt zu einem Mann, den sie online kennengelernt hat, zunehmend Raum ein. Moderiert von Martina Rutschmann.
17 Uhr
Literatur-Nati: Einwürfe und Kopfbälle
Die Literatur-Nati, die Equipe der Fussball spielenden Autor*innen der Schweiz, feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einer Sammlung von Kurzgeschichten, Lyrik und Spoken-Word-Texten über das Runde und das Eckige. Mit Ivan Ergić, Rolf Lappert, Andri Perl und Regula Wenger.
Autorin: Alisha Gamisch
Autorin: Sophie Jung
Autor*in: Anuri Tharayil
Autorin: Sarina Tharayil
Autor: Ralph Tharayil
Autor: Dominic Oppliger
Autorin: Şeyda Kurt
Autorin: Rosa Di Nardo
Autorin: Carolina Mazacek
Autorin: Liljana Susuri
Moderatorin: Anais Sommer
Autor: Hendrik Otremba
Autorin: Sarah Elena Müller
Autor: Eric Ehrhardt
Autorin: Christine Johanna Keller
Moderatorin: Martina Rutschmann
Autor*innen: Schweizer Literatur-Nati
Autor: Ivan Ergić
Autor: Rolf Lappert
Autor: Andri Perl
Autorin: Regula Wenger
Moderatorin: Caterina John
Volkshaus
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SRF liest ein Buch – gemeinsam mit Ihnen und Gülsha Adilji!
Eintauchen in eine Geschichte und Woche für Woche darüber reden: Das ist das Buchclub Special von Literaturclub Interview. Zusammen mit Podcast-Queen & Swiss-TV-Treasure Gülsha Adilji lesen Literaturclub-Moderatorin Jennifer Khakshouri und SRF-Literaturredaktor Simon Leuthold Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells. Und Sie sind herzlich eingeladen, auch mitzulesen und mitzudiskutieren: fünf Wochen lang, Kapitel für Kapitel. Die erste Folge wird an der BuchBasel aufgezeichnet.
Weitere Informationen gibt’s im SRF-Literaturnewsletter und auf srf.ch/literatur.
Eine Kooperation mit SRF.
Podcasterin: Gülsha Adilji
Moderatorin: Jennifer Khakshouri
Moderator: Simon Leuthold
Volkshaus
The B-Side
Roots/Routes:
Linton Kwesi Johnson
DE
Das diesjährige Thema der von Johny Pitts kuratierten B-Side-Gesprächsreihe lautet Roots/Routes: Wie lässt sich Unabhängigkeit in einer von technologischer Hegemonie und Mainstream-Monopolen geprägten Welt bewahren? Im Zentrum steht die Dub Culture, eine experimentelle Praxis, die alternative Versionen des Offiziellen schafft.
Zum Auftakt spricht Pitts mit dem «Godfather of Dub Poetry» Linton Kwesi Johnson. Seit über einem halben Jahrhundert ist Johnson als Dichter, Musiker und Aktivist tätig. Gemeinsam sprechen die beiden über die Ursprünge des Dub, Johnsons disziplinenübergreifendes Schaffen, seine Unabhängigkeit und die Frage, wie sich kreative Integrität über Jahrzehnte bewahren lässt. Eine seltene Gelegenheit, einen der bedeutendsten lebenden Dichter in Basel zu erleben.
EN
This year’s theme for the B-Side discussion series, curated by Johny Pitts, is Roots/Routes: How can independence be preserved in a world shaped by technological hegemony and mainstream monopolies? The focus is on dub culture, an experimental practice that creates alternative versions of the official narrative.
To kick things off, Pitts will speak with the «Godfather of Dub Poetry», Linton Kwesi Johnson. Johnson has been active as a poet, musician, and activist for over half a century. Together, the two will discuss the origins of dub, Johnson’s interdisciplinary body of work, his independence, and the question of how creative integrity can be preserved over decades. A rare opportunity to experience one of the most significant living poets in Basel.
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autor, Musiker: Linton Kwesi Johnson
Moderator: Johny Pitts
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
kHaus
Susanna Desax: Solveigs Weg
Solveig, Mitte 30 und Single, hat sich als Lehrerin und Übersetzerin in ihrem Leben eingerichtet. Aufkeimende Sehnsüchte und Zweifel schiebt sie beiseite. Da lernt sie den Schauspieler Johan kennen, der voller Begeisterung und Ehrgeiz für seinen Beruf ist. Durch die Begegnung mit ihm gerät Solveigs sorgsam geschütztes Gleichgewicht ins Wanken. Nach einer intensiven gemeinsamen Zeit wagt sie den Aufbruch und folgt Johan nach Hamburg. Bald darauf verschiebt ein tragisches Ereignis die Kulissen von Solveigs Leben erneut. Sie spürt, dass sie nicht länger anderen folgen, sondern ihren eigenen Weg gehen will. Wohin wird er führen? Ein Roman über Selbstentwürfe sowie die Möglichkeit, das Drehbuch des Lebens selbst zu schreiben und sich aus festgefahrenen Rollen zu befreien.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit dem Verlag Edition 8.
Autorin: Susanna Desax
Autorin: Raphael Zehnder
Jazzcampus
Camille Fröhlich: Wahl Familie
Was passiert, wenn Nachwuchs kommt – oder eben nicht? Schwangerschaft und Familiengründung werfen viele Fragen auf: nach Entscheidungsfreiheit, nach Erwartungen, nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. In ihrem zeichnerischen Debüt nähert sich Camille Fröhlich diesen Themen pointiert und schafft ein Glossar zwischen Bild und Text. Aus unterschiedlichen Perspektiven geht es um Elternschaft und Nicht-Elternschaft, um Care-Arbeit, um den Körper und seine Veränderungen, um Babyglück ebenso wie um Babyblues. Mit feinem Humor und wohltuender Direktheit trifft sie genau dort, wo es wehtut. Entstanden ist eine Einladung, Familie anders zu denken und mit ihr die vielfältigen Formen von Zugehörigkeit und Beziehungsarbeit.
Comic-Künstlerin: Camille Fröhlich
Moderatorin: Naomi Gregoris
Volkshaus
Schweizer Buchpreis
Sarah Elena Müller: Unwucht
Unendlich oft hat Alice gewartet, auf Rio, auf einen Anruf von ihm, auf ein Zeichen. Sie hatten sich im Kunststudium kennengelernt. Nun verliert er sich in kleinkriminellen Machenschaften und in seiner Drogensucht. Sie jobbt als Kellnerin, klammert sich an unfertige Liebeslieder und will nicht sehen, was die Freundinnen schon lange erkennen: Sie muss weg von ihm. Sieben Jahre später steht Alice vor Rios Tür und will nochmals mit ihm reden. Sie schreibt an einem Buch über die gemeinsame Zeit, um ihre Geschichte zu verstehen. Aber was kann man, was darf man erzählen? Mit Witz und sprachlicher Wucht erkundet die Autorin in Unwucht die Abhängigkeit innerhalb einer Beziehung und die Verstrickungen einer heillosen Liebe.
Autorin: Sarah Elena Müller
Moderatorin: Martina Läubli
kHaus
Erzählte Normen: Über Repräsentation, chronische Erkrankungen und Neurodivergenz in der Literatur
Literatur über Behinderungen, chronische Erkrankungen und Neurodivergenz ist heute sichtbarer denn je. Doch wer erzählt diese Geschichten – und wer wird dabei ausgelassen? Welche Bilder von Krankheit prägen Literatur und Öffentlichkeit bis heute? Und wie lassen sich stereotype Vorstellungen von Leid, Heilung oder Überwindung durchbrechen? Die Autorinnen Paula Fürstenberg und Maria Zimmermann sprechen über Repräsentation, Selbstbestimmung und die Verantwortung des Erzählens. Gemeinsam diskutieren sie, weshalb Sichtbarkeit allein nicht genügt, welche Narrative den Literaturbetrieb noch immer bestimmen und wie neue literarische Stimmen unsere Vorstellungen verändern.
Diese Veranstaltung bildet den Auftakt zur Reihe Normwechsel, die im Literaturhaus Basel fortgeführt wird.
Autorin: Paula Fürstenberg
Autorin: Maria Zimmermann
Moderatorin: Marah Rikli
Amt für Wirtschaft und Arbeit
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Schreibworkshop mit Hendrik Otremba
Hendrik Otremba, Schriftsteller und Dozent für Creative Writing, führt durch eine modulare Übung namens Fragmente: Im Schreibprozess werden zu einem Thema, einer Fragestellung, einem Gefühl immer wieder Brüche unternommen und neue Impulse geliefert, die dann zu neuen Schreibansätzen führen. Was abstrakt klingt, erklärt sich im Machen: Fragmente einer kleinen Erzählung entstehen in verschiedenen Schreibmodi und verbinden sich miteinander. Das liefert Impulse für Schreiberfahrene und jene, die es mit dem Schreiben versuchen wollen. In anderen Worten: Alle sind willkommen, keine Vorkenntnisse von Nöten.
Die Platzzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Workshopleiter, Autor: Hendrik Otremba
Buchhandlung Müller Palermo
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Radio X
Radio X ist unser Festivalradio – und das bereits seit vielen Jahren. Am Samstag interviewt das Team von Radio X Festivalautor*innen. Sie sind herzlich eingeladen, im Festival-Live-Studio in der Buchhandlung Müller Palermo an der Rebgasse 54 den Interviews zu lauschen oder auf 94,5 MHz und radiox.chmitzuhören.
Volkshaus
Lektorat Literatur
Schreiben Sie? Möchten Sie zu einem Ihrer Texte eine hilfreiche, weiterführende Rückmeldung erhalten? Am «Schreibtisch» des Lektorats Literatur sprechen Sie mit professionellen Lektor*innen über Ihre Texte. Anmeldungen für ein Gespräch zu einem etwa zweiseitigen Text sind von 11 bis 13 Uhr möglich. Die Gespräche finden am Nachmittag statt. Für die Rückmeldung bezahlen Sie, was sie Ihnen wert ist.
In der Hotellobby Volkshaus von 11 bis 17 Uhr.
Volkshaus
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WörterKing
WörterKing ist ein literarisches Fastfood-Restaurant, das als kreatives Projekt von Studierenden des Schweizerischen Literaturinstituts Biel betrieben wird. An der Theke erwarten Sie anstelle von Burgern und Pommes frisch zubereitete Wortburger, Buchstabensalate und literarische Snacks. Besucher*innen können am Tresen eine Bestellung aufgeben und selbst wählen, welche Form, welches Thema, welche Toppings ihr Text haben soll. Die Texte können vor Ort verspeist oder per Home-Delivery an Freund*innen verschickt werden.
Im Innenhof des Volkshauses von 11 bis 20 Uhr.
Idee und Konzept: Sophie Feuz und Julia Ohm
Volkshaus
Stella Gaitano: Eddos goldenes Lächeln
DE
Mit unbändiger Wucht erzählt die südsudanesische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Stella Gaitano vom Leben zweier Grossfamilien im Sudan. Die Erzählperspektive wechselt dabei von Kapitel zu Kapitel. Angesiedelt zwischen den sechziger und achtziger Jahren, zeigt der Roman die Gräben zwischen Stadt und Land, Norden und Süden, zwischen den Geschlechtern und den Religionen auf. Vieles, was darin beschrieben wird, ist schwer zu ertragen, etwa Kriegshandlungen oder Gewalt an Frauen, wie Genitalverstümmelung in traditionellen Dorfgemeinschaften. Daneben wird in sinnlich-bildhafter Sprache die gegenseitige Fürsorge beschrieben, die in tiefen Freundschaften und in Formen von Mutterschaft wurzelt.
AR

Arabisch/Deutsch
Autorin: Stella Gaitano
Moderatorin: Larissa Bender
Vorleserin: Nicole Coulibaly
kHaus
Live-Podcast: Auf eine Tüte mit Hengameh Yaghoobifarah
Emotional Baggage, Knalltüte, Fall für die Mülltüte. Ausgehend vom Inhalt ihrer Handtaschen sprechen Hengameh Yaghoobifarah und Gäst*innen aus Kultur und Politik über alles – von Hot Topics über die Lage der Welt, von mentaler Gesundheit zu funny Anekdote. In der Live-Ausgabe des Podcasts Auf eine Tüte ist die Schriftstellerin Raphaëlle Red zu Gast. Raphaëlle Red schreibt auf Französisch, Englisch und Deutsch. In ihrem Debütroman Adikou begibt sich die Erzählerin auf einen Road-Trip durch die eigene Familiengeschichte entlang der westafrikanischen Küste bis in die USA.
Moderator*in: Hengameh Yaghoobifarah
Autorin: Raphaëlle Red
Volkshaus
Ann Cotten: Poller
Wofür ist ein Poller gut? Je nach Perspektive stört er, steht – manchmal windschief – im Weg herum oder ist eine Einladung, stehen zu bleiben. Er kann ein Hindernis sein und ein Schutz, eine Begrenzung oder ein Ruhepol. In Ann Cottens neuem Gedichtband ragen verschiedenste Ausformungen der namensgebenden Poller in die Texte. In den Gedichten geht es um unsere handfeste Gegenwart, um Sozialpolitik und Klima, um Vorstellungen von Geschlecht, um öffentliche Orte und idyllische Landschaften und darum, wie sie die Schieflagen unserer Gegenwart kaschieren. «Wie man sich pflanzt, so lügt man» – so steht es hinten auf dem Buch. Poller ist eine Einladung, um die Ecke zu schauen, unter den Strich zu blicken und zum unbequemen Denken in der Poesie.
Autorin: Ann Cotten
Moderatorin: Svenja Reiner
kHaus
Von Walser bis Naegeli – 30 Jahre Nimbus. Kunst und Bücher
Glauser, Ramuz, Rilke, Taeuber-Arp: Im Programm des kleinen Verlags Nimbus. Kunst und Bücher sind die ganz grossen Namen zu finden. Kein Wunder weiss Verleger und Autor Bernhard Echte Spannendes aus seiner 30-jährigen Verlagstätigkeit zu berichten. Zum Beispiel von den Anfängen mit Robert Walser oder wie Harald Naegeli spontan die Spraydose zückte und das Verlagsgebäude verschönerte. Dass Bernhard Echte in diesem Rahmen auch seine liebsten Texte verrät und daraus vorliest, versteht sich von selbst.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit dem Verlag Nimbus. Kunst und Bücher.
Verleger: Bernhard Echte
Jazzcampus
Carlo Leone Spiller: Geschichte vom Rande der Stadt
Wie lebt es sich am Rande Basels in den 1920er Jahren? Das eigenwillige Paar Jakob und Emmanuelle haust grenznah am Rheinufer und schlägt sich mit Teilzeitarbeit, kleinen Gaunereien und Schmuggel durchs Leben. Auf einem Streifzug findet Jakob zufällig eine geheimnisvolle Rezeptur. Diese verändert ihr Leben von Grund auf und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Die Entdeckung führt das Paar in die Textilverarbeitung und in die zwielichtigen Kreise der Pharmaindustrie. Am Ende müssen sie sich fragen: Wer profitiert von ihrem Fund? Ein Roman, der sich ein Leben in jener Zeit vorstellt und zugleich dazu anregt, über die Schweizer Pharmaindustrie nachzudenken: eine Industrie, die das Kolorit des Basler Selbstverständnisses bis heute färbt.
Autor: Carlo Leone Spiller
Moderatorin: Anaïs Steiner
Volkshaus
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Filmexplorer liest: Wenn Bücher zu Filmen werden (erste Runde)
Viele Bücher dienen als Filmvorlagen. Filmexplorer dreht das Prinzip um und kehrt zurück zu den Büchern, die einst Filme inspiriert haben. Die Schauspielerinnen Martha Benedict und Luna Schmid lesen daraus vor, mithören lässt sich über Funkkopfhörer.
Mitten im Festivaltrubel treten so Literatur und Film in Beziehung und das Kopfkino läuft an. Die Kopfhörer können 30 Minuten vor dem Start beim Infostand im Foyer des Volkshauses entgegengenommen werden. Anschliessend besteht die Möglichkeit, sich gemeinsam über das Gehörte auszutauschen.
Die Buchtitel werden in Kürze hier bekannt gegeben.
Dies ist die erste Runde Filmexplorer, eine zweite Runde startet um 16.30 Uhr und dauert bis 17.30 Uhr.
Idee und Konzept: Ruth Baettig
Vorleserin: Martha Benedict
Vorleserin: Luna Schmid
Volkshaus
Felicitas Hoppe: Reisen
Was bedeutet es, unterwegs zu sein? Was suchen wir, wenn wir aufbrechen, und warum sind die Ferne und das Fremde zugleich Verheissung und Bedrohung? In ihrem Essay über das Reisen erkundet Felicitas Hoppe das Unterwegssein als Lebensform, als Abenteuer und als literarische Bewegung. Ausgehend von ihrer eigenen Reiseerfahrung, einer Weltumrundung auf einem Frachtschiff, entwirft sie eine kluge und poetische Reflexion über Fernweh, Freiheit und die Sehnsucht nach dem Unbekannten. Wer die Bücher von Felicitas Hoppe kennt, weiss um ihre Sprachlust. Und auch in Reisen verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, Erlebtem und Erfundenem.
Autorin: Felicitas Hoppe
Moderatorin: Irene Grüter
Volkshaus
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Fussballmatch und Freiluft-Lesung: Schweizer Literatur-Nati und FC Grossrat BS
Buchstaben und Ballstafetten: Im Rahmen von Buch-Basel lädt die Schweizer Literatur-Nati den Grossen Rat Basel-Stadt zu einem Fussballspiel ein – jenes Kantonsparlament, das als legislative und oberste aufsichtsführende Behörde sonst eher mit Gesetzestexten als mit Grätschen zu tun hat. Auf dem Platz treffen sich also Literat*innen und Politiker*innen, die nicht nur Zeilensprünge, sondern auch Flügelläufe beherrschen. Oder sich zumindest redlich Mühe damit geben.
Der Match findet um 13.15 Uhr statt. Der Austragungsort des Spiels findet auf den Sportanlagen St. Jakob statt (St. Jakobspromenade 30).
Die Spieler*innen Ivan Ergić, Rolf Lappert, Andri Perl und Regula Wenger lesen um 17 Uhr an der Freiluftlesung auf der Aussenbühne aus der Literatur-Nati-Anthologie Einwürfe und Kopfbälle.
Autor: Ivan Ergić
Autor: Rolf Lappert
Autor: Andri Perl
Autorin: Regula Wenger
Fussballteam: Schweizer Literatur-Nati
Volkshaus
Johanne Lykke Holm: Gesichter im Spiegel
DE
Bernarda und Silas wachsen im Stadttheater von Malmö auf. Hinter den Kulissen, zwischen Proben und Kostümen, finden sie mit den Geschwistern Asta und Fox einen Ort, an dem die Gesetze der Erwachsenen nicht gelten. Doch ein Ereignis verändert alles. Fünfundzwanzig Jahre später wird Bernarda von der Vergangenheit eingeholt und muss sich einer lang verdrängten Tragödie stellen. Johanne Lykke Holms neuer Roman erzählt von Kindheit, Erinnerung und den Räumen zwischen Spiel und Wirklichkeit.
EN
Bernarda and Silas grow up at Malmö City Theatre. Behind the scenes, amongst rehearsals and costumes, they find a place – together with their siblings Asta and Fox – where the rules of the adults do not apply. But one event changes everything. Twenty-five years later, Bernarda is haunted by the past and must confront a long-suppressed tragedy. Johanne Lykke Holm’s new novel explores childhood, memory and the spaces between play and reality.
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autorin: Johanne Lykke Holm
Moderatorin: Anisha Imhasly
Vorleserin: Nicole Coulibaly
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
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Ton-Lesung I
Machen Sie gerne etwas mit den Händen, während Sie einem guten Text lauschen? Dann sind die Ton-Lesungen genau das Richtige für Sie. Gemeinsam mit Zoe Vai und Selina Baumann von der Werkstatt für künstlerische Keramik Zumstein & Cie laden wir Sie zu einer besonderen Verbindung von Literatur und Handwerk ein. Der Ton spielt dabei im doppelten Sinne eine Rolle: Die Schauspielerin Elmira Bahrami liest aus Büchern des Festivals vor, während Sie Lehm kneten, formen und gestalten. Lassen Sie sich von den Texten inspirieren und geben Sie dem Material während des Zuhörens eine eigene Form.
Die Platzzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Ton-Lesung I: 14–15 Uhr
Elmira Bahrami liest aus Laura Vazquez: Die Kräfte
Die Kräfte ist ein wilder, philosophischer und poetischer Text, der mit den Regeln des Bildungsromans spielt. Laura Vazquez erzählt von einer jungen queeren Frau auf der Suche nach den unsichtbaren Kräften, die unser Leben bestimmen.
Vorleserin: Elmira Bahrami
Keramikerinnen: Keramikwerkstatt Zumstein & Cie
kHaus
Wenn die Gletscher schmelzen: Von Schönheit, Verlust und Weiterleben
Was bleibt, wenn das Vertraute durch den Klimawandel verschwindet? Der Autor Marcel Hänggi fragt in Das Schöne, das verloren geht, welche Bedeutung das Schöne angesichts dessen hat, was wir verlieren – und was dieses Schöne überhaupt sein könnte. Anicia Kohler hat für ihr Buch Wenn der Berg kommt Menschen besucht, deren Dörfer von Erdrutschen und Felsstürzen bedroht sind oder die ihre Heimat bereits verloren haben. Sie sammelt darin Eindrücke über Verlust, aber auch über den Wert von Gemeinschaft und das Weiterleben danach. Zwei Bücher im Gespräch darüber, was uns mit der Natur verbindet, und darüber, was geschieht, wenn diese Verbindung auf die Probe gestellt wird.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit dem Rotpunktverlag und dem Arisverlag.
Autor: Marcel Hänggi
Autorin: Anicia Kohler
Moderatorin: Christiane Schmidt
Jazzcampus
Writers in Prison Day mit Yousri Alghoul
Für den palästinensischen Schriftsteller und Essayisten Yousri Alghoul ist Literatur untrennbar mit den Erfahrungen von Krieg, Verlust und Vertreibung verbunden. Aufgewachsen im Flüchtlingslager Al-Shati im Gazastreifen, schreibt er seit fast zwei Jahrzehnten über den Alltag unter Besatzung – über Hoffnung und Perspektivlosigkeit, Widerstandskraft und Menschlichkeit.
Im Gespräch mit Demian Cornu spricht Alghoul über das Schreiben im Krieg, über die Menschen in Gefängnissen und jene, die auf sie warten. Ein Büchlein mit eigens für die Veranstaltungsreihe ins Deutsche übersetzten Texten des Autors wird vor Ort erhältlich sein.
Anlässlich des Writers in Prison Day richtet das Deutschschweizer PEN Zentrum den Blick auf Autor*innen, deren Freiheit bedroht ist. Mit Unterstützung von: Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich und Swisslos, Burgergemeinde Bern, Swisslos Kultur Kanton Bern, Refuge Network for Artists RENA.
Arabisch/Deutsch
Autor: Yousri Alghoul
Moderator: Demian Cornu
Übersetzerin: Zainab Lüscher-El-Rai
Vorleser: Linus Schütz
Volkshaus
Schweizer Buchpreis
Yael Inokai: Die Auster
Dr. Bronstett, der Geschäftsführer eines legendären Berliner Kaufhauses, wird ermordet aufgefunden. Die 73-jährige Reinigungskraft Leonora Bloch hat bereits alle Spuren beseitigt, als die Polizei am Tatort eintrifft. Schnell zeigt sich, dass in diesem Roman nicht die Aufklärung die Hauptsache ist, sondern der Mikrokosmos der Kaufhauswelt, den Yael Inokai mit leichter Hand entwirft. Es ist eine Welt, in der Glanz und Elend, Luxus und Armut aufeinandertreffen. Mit geschliffenen Dialogen und stilistischer Raffinesse entwickelt Inokai ein Beziehungsgeflecht, in dessen Zentrum eine Person steht, die meistens unsichtbar und selten Romanheldin ist: die Reinigungskraft.
Autorin: Yael Inokai
Moderator: Caspar Battegay
kHaus
Wie werden wir Autokratien los?
Angesichts der autoritären Wende, die sich in vielen Ländern abzeichnet oder bereits Realität geworden ist, wirft das Podium die Frage auf, wie die Kunst dazu beitragen kann, autoritären Regimes entgegenzutreten. Auch die Slowakei bewegt sich seit längerem am postdemokratischen Abgrund. Der slowakische Autor Michal Hvorecký ruft in seinem Buch Dissident dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen, und zeigt, was zivilgesellschaftliches Engagement bewirken kann. Michal Hvorecký und die Slawistin und Literaturwissenschaftlerin Sylvia Sasse, die unter anderem zu russischer Staatspropaganda forscht, sprechen darüber, was zeitgenössische, insbesondere literarische Dissident*innen bewirken können. Kommt der Literatur eine politische Verantwortung zu, wenn die Freiheit des Wortes auf dem Spiel steht?
Autor: Michal Hvorecký
Autorin, Literaturwissenschaftlerin: Sylvia Sasse
Volkshaus
Alice Hasters: Anti Opfer
Verletzlichkeit gilt heute oft als Schwäche und das Wort «Opfer» teilweise gar als Schimpfwort. Gleichzeitig inszenieren sich ausgerechnet jene als benachteiligt, die über Macht und Einfluss verfügen. In Anti Opfer untersucht Alice Hasters, wie sich unser gesellschaftlicher Blick auf Ungerechtigkeit, Verantwortung und Empathie verändert hat, und fragt: Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn das Opfer nicht mehr Mitgefühl auslöst, sondern Verachtung? Was verrät dies über den Zustand unserer Demokratie? Ausgehend von ihrer persönlichen Reflexion, untersucht sie den Opferbegriff nicht juristisch oder philosophisch, sondern als kulturelle Figur, und zeigt auf, wie politische Debatten, soziale Medien und öffentliche Diskurse den Opferbegriff derzeit umkämpfen.
Autorin: Alice Hasters
Moderatorin: Anja Glover
Amt für Wirtschaft und Arbeit
free
Schreibworkshop mit Eva Seck
In diesem Schreibworkshop können Sie unter Anleitung von Eva Seck kurze Schreibübungen ausprobieren und Wörter sammeln. Inhaltlich nimmt der Workshop Bezug auf das Festivalthema halten und soll zum Weiterschreiben anregen oder erstes Ausprobieren mit kreativem Schreiben ermöglichen. Er richtet sich an alle, die Lust haben, Sprache spielerisch auszuprobieren und mit anderen Schreibinteressierten in Kontakt zu kommen. Es sind keine Vorkenntnisse nötig.
Die Platzzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Autorin: Eva Seck
Turnhalle Clara
free
Comic Crew: Sportliches Live-Zeichnen in der Turnhalle
Ein Ort kann Erinnerungen wecken. Was passiert, wenn daraus Bilder und Geschichten werden? Die Comic Crew sammelt gemeinsam mit dem Publikum Turnhallengeschichten und zeichnet sie live vor Ort, zwischen Matten und Bänken. Beim Live-Zeichnen lässt sich mitverfolgen, wie die eigenen Geschichten plötzlich Gestalt annehmen – oder man mischt sich mit spontanen Impulsen ein und lenkt den Verlauf der gezeichneten Geschichte. Beim anschliessenden Buchtitel-Mash-up dienen die Festivalbuchtitel als Inspiration, um gemeinsam mit der Comic Crew ganz neue Geschichten zu erfinden. Und wer danach immer noch nicht genug hat, schwingt beim Zeichnen mit einem sportlichen Modell gleich selbst den Stift!
Bitte eigenes Zeichenmaterial mitbringen.
Eine Kooperation mit der Comic Crew BL/BS.
14–17 Uhr
Live-Zeichnen
15–15.45 Uhr
Buchtitel-Mash-up
16–17 Uhr
Zeichnen mit Modell
Zeichnerin: Anna Caiata
Zeichner: Hiltebrand Remo
Zeichnerin: . KOONI
Zeichner: Lukas Künzli
Zeichnerin: Lena Tamini
kHaus
Valeska Marina Stach: Bermuda
Luna steckt in einer Sinnkrise. Verloren in der Grossstadt zwischen Literaturstudium und langen Abenden in der Bar Bermuda, flüchtet sie sich in ihre Phantasiewelt. Aber das Schweigen ihres Vaters über den Suizid seiner ersten Frau lässt sich nicht verdrängen. Luna spürt unerträgliche Schuldgefühle und eine wachsende, unbestimmte Wut. Mit wechselnden Datingpartnern testet Luna die Reaktionen, die sie auf ihre provokativen Fragen bekommt. Bis der faszinierende «Psychomann» sie als Probandin in ein Virtual-Reality-Experiment einschleust, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Überzeugend, spannend und mit der nötigen Ironie erzählt Valeska Marina Stach vom Prozess der Selbstermächtigung einer jungen Frau, in deren Welt das familiäre Schweigen über traumatische Geschehnisse alltäglich ist.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit dem Lenos Verlag.
Autorin: Valeska Marina Stach
Moderatorin: Maria Marggraf
Jazzcampus
Jeong-in Mun: Langer Atem
DE
Was bedeutet es, Tag für Tag den Atem anzuhalten und ohne Sauerstoffflasche tief ins Meer zu tauchen, auf der Suche nach Meeresfrüchten? Als «Frau des Meeres» sichert Chunja damit das Überleben ihrer Familie. Sie gehört zu den traditionellen Freitaucherinnen Südkoreas, die für weibliche Unabhängigkeit und die halbmatriarchale Familienstruktur der Insel Jeju stehen. Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, begibt sich Jeong-in Mun in ihrem Debüt auf Tauchgang: In wellenförmig schraffierten Schwarz-Weiss- Zeichnungen verschwimmen drei Frauengenerationen ineinander. Erzählt wird von Entbehrungen, von der Schönheit des Lebens unter Wasser und von weiblichen Verbindungen über Kontinente hinweg.
EN
What does it mean to hold your breath day after day and dive deep into the sea without an oxygen tank, in search of seafood? As a «woman of the sea», Chunja ensures her family’s survival in this way. She is one of South Korea’s traditional free-divers, who symbolise female independence and the semi-matriarchal family structure of Jeju Island. Inspired by her own family history, Jeong-in Mun takes us on a dive in her debut work: in black-and-white drawings with wave-like hatching, three generations of women blend into one another. The story tells of hardships, the beauty of life underwater, and female connections spanning continents.
Englisch/Koreanisch, mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Comic-Künstlerin: Jeong-in Mun
Moderatorin: Barbara Margarethe Eggert
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
Schweizer Buchpreis
Lukas Bärfuss: Königin der Nacht
Lukas Bärfuss erzählt in seinem Buch vom Aufwachsen mit einer Mutter, die sich selbst «Rabenmutter» nannte. Sie war eine Frau ohne Bildung, ohne Geld und ohne Perspektiven. Für ihren Sohn hatte sie keine Zärtlichkeit übrig. Er landete als Halbwüchsiger auf der Strasse, der Mutter blieb im Alter kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik. Im Rückblick des inzwischen erfolgreichen Schriftstellers wird diese persönliche Leidensgeschichte mit der Sozial- und Politikgeschichte der Schweiz verknüpft. Mit Wut und Wucht fragt Bärfuss, welchen Anteil gesellschaftliche und staatliche Verhältnisse an der Lebenssituation seiner Mutter hatten – und macht so aus einer Familiengeschichte eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Autor: Lukas Bärfuss
Moderatorin: Nadia Brügger
Volkshaus
free
Ton-Lesung II
Machen Sie gerne etwas mit den Händen, während Sie einem guten Text lauschen? Dann sind die Ton-Lesungen genau das Richtige für Sie. Gemeinsam mit Zoe Vai und Selina Baumann von der Werkstatt für künstlerische Keramik Zumstein & Cie laden wir Sie zu einer besonderen Verbindung von Literatur und Handwerk ein. Der Ton spielt dabei im doppelten Sinne eine Rolle: Die Schauspielerin Elmira Bahrami liest aus Büchern des Festivals vor, während Sie Lehm kneten, formen und gestalten. Lassen Sie sich von den Texten inspirieren und geben Sie dem Material während des Zuhörens eine eigene Form.
Die Platzzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Ton-Lesung II: 15.30–16.30 Uhr
Elmira Bahrami liest aus Deborah Levy: Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein
Deborah Levy verbindet Prosa und Essay: Ihre Erz.hlerin streift durch Paris auf den Spuren der legendären US-amerikanischen Autorin Gertrude Stein, ihres Denkens und ihrer Bedeutung für die moderne Kunst. Ablenkung findet sie bei ihren Pariser Freund*innen – und bei der Suche nach einer verlorenen Katze.
Vorleserin: Elmira Bahrami
Keramikerinnen: Keramikwerkstatt Zumstein & Cie
kHaus
Witchful Thinking: Künstlerische Intelligenz und literarische Vorstellungskraft
Klimakatastrophe, Autokrat*innen und Tech Bros: Die Welt, wie wir sie kannten, wird gerade mit solcher Wucht infrage gestellt, dass man meinen könnte, es gäbe für Auswege keine Worte mehr. Regiert nur noch das Recht der Stärkeren? Ist Widerstand zwecklos? Oder könnte nicht gerade die Literatur mit ihrer Verwandlungskraft Hoffnungen in Realitäten übersetzen? In faschistischen Gesellschaften provoziert jede Schwäche die Aggression der Stärkeren: Aber wie schwach ist es, nur auf dem Rücken von anderen stark sein zu können? In welcher Beziehung stehen Stärke und Schwäche zueinander und wie viel Stärke liegt in der Schwäche? Julia Weber und Hengameh Yaghoobifarah versuchen uns im Gespräch mit Cornelia Pierstorff aus der Sprachlosigkeit zu führen – mit einer Prise literarischer Magie und dem Wissen ganz neuer Hexen.
Autorin: Julia Weber
Autor*in: Hengameh Yaghoobifarah
Moderator*in: Cornelia Pierstorff
Volkshaus
Dana Vowinckel: Anton und Alma
In dieser komplexen und intensiven Liebesgeschichte zeigt sich, wie eng das Private und das Politische verzahnt sind, wie das eine in das andere hineinragt. Anton und Alma versuchen mit dieser Gleichzeitigkeit umzugehen, ringen um Nähe und Haltung, wo politische, religiöse oder moralische Positionen auseinandergehen. Anton kommt aus einer Akademiker*innenfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem problematischen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Immer wieder geraten sie miteinander und mit ihren Familien in Konflikt, bis schliesslich die Ereignisse des 7. Oktobers und der Gaza-Krieg nicht nur ihrer Beziehung, sondern auch ihren je eigenen Lebensgeschichten noch einmal eine Wendung geben.
Autorin: Dana Vowinckel
Moderatorin: Céline Burget
Volkshaus
sinthujan varatharajah: wo zeit stehen bleibt
Im poetisch-politischen Essayband wo zeit stehen bleibt erkundet sinthujan varatharajah den modernen Tourismus als kulturelle Praxis und legt die Machtverhältnisse offen, die sich in jeder Bewegung einschreiben. Denn was für die einen eine Reise ist, bleibt für andere eine unüberwindbare Grenze. In essayistischen Miniaturen, Beobachtungen und Reflexionen führt sinthujan varatharajah durch Flughäfen, Grenzübergänge und touristische Orte. Dieser Text ist ebenso poetisch wie widerständig: Er verweigert einfache Erklärungen und eröffnet stattdessen neue Perspektiven auf Mobilität, Begegnung und Berührung und entlarvt zugleich die kolonialen Ordnungen, die unsere Gegenwart bis heute prägen.
Autor*in: sinthujan varatharajah
Moderator: Ralph Tharayil
Volkshaus
free
Filmexplorer liest: Wenn Bücher zu Filmen werden (zweite Runde)
Viele Bücher dienen als Filmvorlagen. Filmexplorer dreht das Prinzip um und kehrt zurück zu den Büchern, die einst Filme inspiriert haben. Die Schauspielerinnen Martha Benedict und Luna Schmid lesen daraus vor, mithören lässt sich über Funkkopfhörer.
Mitten im Festivaltrubel treten so Literatur und Film in Beziehung und das Kopfkino läuft an. Die Kopfhörer können 30 Minuten vor dem Start beim Infostand im Foyer des Volkshauses entgegengenommen werden. Anschliessend besteht die Möglichkeit, sich gemeinsam über das Gehörte auszutauschen.
Die Buchtitel werden in Kürze hier bekannt gegeben.
Idee und Konzept: Ruth Baettig
Vorleserin: Martha Benedict
Vorleserin: Luna Schmid
Volkshaus
Muri Darida: King Cobra
Was steckt hinter Lazis Rückkehr nach Ungarn, ins Dorf Őzbarna, wo noch ein Teil der Familie lebt? Wie lässt sich die Vergangenheit abstreifen, der eigene Körper neu bewohnen, die Naht des Schweigens endlich auftrennen? Wie ein roter Faden zieht sich die Suche nach dem Jagdgewehr des Grossvaters durch den Roman – begleitet von reichlich Schnaps und familiären Zwistigkeiten. Ein bildstarkes Debüt über Kindheitstrauma und sexuellen Missbrauch, zugleich aber auch über Gegenwehr, Aufbruch und queere Identität, gespiegelt in einer ungarisch-deutschen Migrationsgeschichte. Die Sprache gleitet wie ein Kamerablick über Räume, Oberflächen und Körper, kriecht unter die Haut und macht das Unsagbare spürbar. So entsteht im Ringen um eine Entscheidung ein radikaler Ausdruck zwischen Aussenwelt und innerem Erleben.
Autor: Muri Darida
Moderatorin: Sarina Tharayil
Volkshaus
Thomas Zurbuchen: Was die Welt zusammenhält
Thomas Zurbuchen ist 1968 in Heiligenschwendi geboren, einem Bergdorf über dem Thunersee, und in einer strenggläubigen Familie aufgewachsen. Mit Anfang 20 verliess er das Dorf und studierte Physik an der ETH, wanderte in die USA aus und wurde 2016 Wissenschaftsdirektor der NASA. 2023 übernahm er die Leitung von ETH Zürich Space und ist nun wieder in der Schweiz. Was braucht es, um sich ins Unbekannte vorzuwagen? Was gibt ihm dabei persönlich Halt? Mit Tobias Müller spricht er über ausserirdisches Leben, eine Raumfahrt, in der längst auch reiche Privatpersonen mitmischen, über die Magie der Sterne und weshalb es bei der Erkundung von unbekanntem Terrain immer auch Fantasie braucht.
Astrophysiker: Thomas Zurbuchen
Moderator: Tobias Müller
kHaus
Seraina Sattler und Anna Six: Anders alt. 10 Menschen erzählen
Heidi outete sich mit fast 70 als trans Frau. Victor blickte dem Tod in die Augen und tritt mit 83 als Nacktdarsteller auf. Gladis wagte mit 62 einen beruflichen Neuanfang. Zehn Menschen erzählen, was sie durchs Altwerden gewonnen oder verloren haben und was sie noch vorhaben. Die Porträts brechen mit typischen Vorstellungen vom Alter und zeigen: Auch in den späten Jahren gibt es Neues zu lernen, Hindernisse zu überwinden und Momente des Glücks. Ein Buch, das zum Umdenken einlädt – nicht nur für ältere Leser*innen, sondern gerade auch für Jüngere, die ihr eigenes Älterwerden noch vor sich haben.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit dem Christoph Merian Verlag.
Autorin: Seraina Sattler
Autorin: Anna Six
Moderatorin: Iris Becher
Jazzcampus
Mana Neyestani: Papiervögel
DE
Mana Neyestani ist iranischer Comiczeichner und einer der bedeutendsten politischen Karikaturisten seines Landes. Auch im Exil lässt ihn der Iran nicht los. In Papiervögel erzählt er von der Lebensrealität im bitterarmen Nordwesten des Landes, wo Schmuggel für viele die einzige Möglichkeit ist, zu überleben. Mit journalistischer Genauigkeit zeichnet er in Schwarz-Weiss den gefährlichen Weg kurdischer Lastenträger*innen über die Grenze nach. Jahr für Jahr sterben Dutzende von ihnen durch Grenzbeamte, Landminen, Lawinen oder Kälte. Eine tief berührende Geschichte über eine Schicksalsgemeinschaft und darüber, was es heisst, nicht aufzugeben. Denn: «Alles beginnt damit, dass wir uns ein besseres Leben vorstellen.»
EN
Mana Neyestani is an Iranian comic artist and one of his country’s most prominent political cartoonists. Even in exile, Iran continues to haunt him. In *Paper Birds*, he recounts the reality of life in the desperately poor north-west of the country, where smuggling is the only means of survival for many. With journalistic precision, he depicts in black and white the perilous journey of Kurdish porters across the border. Year after year, dozens of them die at the hands of border guards, from landmines, avalanches or the cold. A deeply moving story about a community bound by shared fate and about what it means not to give up. Because: «It all begins with us imagining a better life.»
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Comic-Künstler: Mana Neyestani
Moderatorin: Asal Dardan
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
Schweizer Buchpreis
Hayat Erdoğan: Hauptsache kein Zeitgeist
Februar 2023: In der Türkei und in Syrien hat die Erde gebebt. Die Ich-Erzählerin sitzt zuhause und wartet auf Nachricht von ihren Verwandten und lässt gleichzeitig ihr Leben, das sie als Tochter einer türkischen Familie in Deutschland gelebt hat, Revue passieren. Und da ist noch die Sehnsucht nach «Niemand», dem Mann, der sie verlassen hat und den sie nicht loslassen kann. In Hauptsache kein Zeitgeist entfaltet sich in 24 Stunden, gegliedert in 24 Gesängen, die Komplexität und Vielfalt der Gegenwart. Formal mutig und innovativ, umkreist die Erzählerin grosse Themen wie Migration und Feminismus, sucht Erklärungen in der Sozialphilosophie, denkt über die Beziehung zur Mutter nach und lernt schliesslich sich selbst neu kennen.
Autorin: Hayat Erdoğan
Moderatorin: Irene Grüter
kHaus
Franz Hohler: Es war einmal ein Tier, das konnte nichts dafür
und
Das grosse Buch
Im spielerischen Umgang mit Sprache kennt sich der Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher Franz Hohler aus. Seine Verse stecken voller Klang, Witz und unerwarteter Wendungen – sprachliche Kunststücke, die laut gelesen werden wollen. Der Band Es war einmal ein Tier, das konnte nichts dafür, mit Illustrationen von Kathrin Schärer, vereint sämtliche Gedichte aus seinen Kinderbüchern und ergänzt sie um einige neue. Franz Hohler verbindet diese Gedichte mit Geschichten aus Das grosse Buch zu einer fröhlichen Lesestunde. Auf Fragen findet er die ungewöhnlichsten Antworten und zeigt, wie viel mehr in der Welt steckt, wenn man bereit ist, es zu sehen.
Eine Kooperation mit dem Kinderbuchfestival.
Autor: Franz Hohler
Volkshaus
free
Ton-Lesung III
Machen Sie gerne etwas mit den Händen, während Sie einem guten Text lauschen? Dann sind die Ton-Lesungen genau das Richtige für Sie. Gemeinsam mit Zoe Vai und Selina Baumann von der Werkstatt für künstlerische Keramik Zumstein & Cie laden wir Sie zu einer besonderen Verbindung von Literatur und Handwerk ein. Der Ton spielt dabei im doppelten Sinne eine Rolle: Die Schauspielerin Elmira Bahrami liest aus Büchern des Festivals vor, während Sie Lehm kneten, formen und gestalten. Lassen Sie sich von den Texten inspirieren und geben Sie dem Material während des Zuhörens eine eigene Form.
Die Platzzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Ton-Lesung III: 17–18 Uhr
Elmira Bahrami liest aus Johanne Lykke Holm: Gesichter im Spiegel
Bernarda und Silas, zwei Theaterkinder aus Malmö, entdecken hinter den Kulissen einen magischen Ort, an dem die Gesetze der Erwachsenen nicht gelten. Fünfundzwanzig Jahre später wird Bernarda von einem Ereignis aus dieser Zeit eingeholt und muss sich einer verdrängten Tragödie stellen.
Vorleserin: Elmira Bahrami
Keramikerinnen: Keramikwerkstatt Zumstein & Cie
kHaus
Julia Rüegger und Maria Marggraf: Poesie im Dialog
Die beiden Basler Lyrikerinnen lesen aus ihren Neuerscheinungen und sprechen miteinander über aufständische Fragen, mehr-als-menschliche Begegnungen und das, wogegen kein Kraut hilft. Sind Ihre Wunden gut verheilt? von Julia Rüegger lehnt sich in Umfang und Form an die legendären Fragebögen von Max Frisch an. Darauf antwortet sie mit eigenen Fragen. So ist eine humorvolle Hommage an das Original und eine kritische Neudeutung entstanden. In ich aß dein kraut von Maria Marggraf begibt sich ein lyrisches Ich auf eine Reise, bei der die Grenzen zwischen Mensch und Landschaft hinterfragt oder aufgehoben werden. Es ist eine Suche nach Verbundenheit und gleichzeitig auch ein Gewahrwerden der eigenen Grenzen.
Kuratiert von den Swiss Independent Publishers in Kooperation mit der edition taberna kritika und pudelundpinscher.
Autorin: Julia Rüegger
Autorin: Maria Marggraf
Volkshaus
Eva von Redecker: Dieser Drang nach Härte
Woher kommt der Drang nach Härte, der unsere Gegenwart prägt? Eva von Redecker sucht die Antwort nicht in Parolen oder Ideologien, sondern in den Vorstellungen von Besitz, die unsere Gesellschaft bis heute bestimmen. In ihrem neuen Buch zeigt sie, wie die uralte Idee fortlebt, über Land, Tiere – und einst auch über Frauen und versklavte Menschen – verfügen zu dürfen. Diesen «Phantombesitz», die Vorstellung eines natürlichen Rechts auf Herrschaft und Eigentum, erkennt sie als Triebkraft eines neuen autoritären Denkens. Aus scheinbar beiläufigen Beobachtungen – von der Faszination für Wehrmachtsmemorabilia bis zu skrupellosen Werbekampagnen von Anlagebanken – entwickelt sie eine scharfsinnige Analyse der Gegenwart und fragt, warum der Verlust vermeintlicher Besitzansprüche so oft in Härte, Ressentiment und faschistische Sehnsüchte umschlägt.
Autorin: Eva von Redecker
Moderatorin: Barbara Bleisch
Volkshaus
Schweizer Buchpreis
Sonja Sophie Kreis: Das grosse Eis
Anna hat ihren Bruder seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen. Er lebt zurückgezogen in Grönland. Nach dem Tod der Eltern reist Anna zu ihm, um ihm ein Gemälde zu bringen. Während sie in einem Hotel auf ihn wartet, erinnert sie sich an ihre Kindheit und rollt die Familiengeschichte auf. Ihre deutsche Mutter heiratete in den fünfziger Jahren über die Grenze in die Schweiz, wo sie nicht willkommen war. Während die Familie vordergründig ein verschontes Leben lebt, hinterlassen der Krieg und seine Verwerfungen Spuren in ihren Leben. Mit starken Bildern und grosser sprachlicher Präzision verwebt die Autorin die überwältigenden Eindrücke in Grönland mit den Nachkriegsjahren im deutsch-Schweizer Grenzland zu einem grossen Familienroman.
Autorin: Sonja Sophie Kreis
Moderator: Hubert Thüring
kHaus
free
The B-Side
Roots/Routes:
We Are Making A Film About Mark Fisher
DE
Der verstorbene britische Kulturtheoretiker Mark Fisher gilt als einer der prägenden Denker unserer Zeit. Bekannt wurde er vor allem als Autor von Capitalist Realism, in dem er die kreativen, politischen und gesellschaftlichen Krisen des 21. Jahrhunderts analysierte. Im Rahmen der B-Side-Reihe ist der Film We Are Making A Film About Mark Fisher von Sophie Mellor und Simon Poulter erstmals in der Schweiz zu sehen. Der Film wurde ohne Budget, Studiofinanzierung oder institutionelle Genehmigungen realisiert. Im Zentrum stehen Solidarität, gemeinschaftliche Arbeit und digitale Vernetzung. Der Film setzt um, was Fisher für möglich hielt: eine entkapitalisierte kulturelle Produktion und kollektive Handlungsfähigkeit in den Ruinen neoliberaler Vereinzelung. Und ist deshalb eine Erinnerung daran, dass DIY nicht «privat» bedeutet, sondern «gemeinsam etwas zu schaffen.»
EN
The late British cultural theorist Mark Fisher is regarded as one of the most influential thinkers of our time. He became best known as the author of *Capitalist Realism*, in which he analysed the creative, political and social crises of the 21st century. As part of the B-Side series, the film We Are Making A Film About Mark Fisher by Sophie Mellor and Simon Poulter is being screened in Switzerland for the first time. The film was made without a budget, studio funding or institutional approvals. It centres on solidarity, collaborative work and digital networking. The film realises what Fisher believed to be possible: decapitalised cultural production and the capacity for collective action amidst the ruins of neoliberal isolation. And so it serves as a reminder that DIY does not mean ‘private’, but rather ‘creating something together’.
Englisch mit deutschen Untertiteln
Volkshaus
Şeyda Kurt: Zeit der Monster
Zeit der Monster erzählt von einem Stadtviertel, das seltsam abgeschnitten und apokalyptisch wirkt. Dieses Viertel hat keinen Namen, seine Bewohner*innen nennen es nur Sumpf – «ein Drogensumpf, ein Elendssumpf, ein Krawallsumpf, ein verkommenes Sumpfviertel.» Die Personen, die hier leben, haben sich in den Umständen eingerichtet, sich ihnen aber nicht ergeben. Stattdessen leben sie in Wahlfamilien und Solidarsystemen. Da ist zum Beispiel Mira, die Betreiberin des Muskelpalastes Mc Burn, Dr. Shifa, eine engagierte Ärztin aus der Soli-Ambulanz, oder Pfarrer Angelo, dessen Kirche sich mit immer mehr Ängstlichen füllt, seit eine Prophezeiung auf TikTok den Weltuntergang angekündigt hat. Und da ist Sanya, die «Heldin dieser Geschichte», deren Suche durch die Begegnung mit einem Namenlosen im Gemeinschaftsgarten eine neue Richtung nimmt.
In Kooperation mit dem Magazin annabelle.
Autorin: Şeyda Kurt
Moderatorin: Barbara Loop
Sääli zum goldenen Fass
free
Pubquiz mit Svenja Reiner
Literatur ist so viel mehr als Goethe und Schiller. Im Kino, in Serien und Songs, auf Social Media und den Red Carpets dieser Welt wird ständig Literaturgeschichte geschrieben. Im Pubquiz können die Teilnehmer*innen ihr Wissen unter Beweis stellen. Svenja Reiner und Marie Baur fragen nach ersten Sätzen und Social Media-Fauxpas, betrieblichem Gossip, fiktiven und faktualen Mond- und Sternzeichen und allem aus den 2000er Jahren. Zu gewinnen: Ruhm, Ehre und fantastische Preise. Teams können gemeinsam kommen oder sich vor Ort spontan gründen.
Moderatorin: Svenja Reiner
Moderatorin: Marie Baur
Jazzcampus
Daniela Dill: Trotzdäm – ein Monolog
Vorstellungen sind das Fundament von Erwartungen, Erwartungen der fruchtbare Boden für Enttäuschungen. So die These der Autorin, die es sich in ihrem ersten Solo-Programm Trotzdäm zur Aufgabe macht, «Täuschungen» aufzuspüren, die den «Ent-Täuschungen» zugrunde liegen. Die Spoken-Word-Künstlerin Daniela Dill erzählt ein autofiktionales, lustvoll-ironisches Panorama familiärer Enttäuschungen, die sich über Generationen hinweg bis in die Gegenwart wiederholen. Sie gräbt sich durch bis zu Jeremias Gotthelf, in dessen «Emmentaler Idylle» sie den Grund, den Boden, den Acker wittert, in dem diese Enttäuschungen ihre Wurzeln geschlagen haben. Damit legt sie gängige Erwartungen unserer Gesellschaft frei. Mit Dank an Philipp Galizia für die künstlerische Begleitung, an Simone von Büren für die Textbegleitung und an Jessica Huber fürs Auge von aussen.
Schweizerdeutsch
Autorin: Daniela Dill
kHaus
The B-Side
Roots/Routes:
Über Mark Fisher
DE
Das diesjährige Thema der von Johny Pitts kuratierten B-Side-Gesprächsreihe lautet Roots/Routes. Pitts geht der Frage nach, wie sich Unabhängigkeit in einer Welt behaupten und bewahren lässt, die von technologischer Hegemonie und der Monopolisierung des Mainstreams geprägt ist. Im Anschluss an die Schweizer Erstaufführung des Experimentalfilms We Are Making a Film About Mark Fisher, der die anhaltende Aktualität von Fishers Überlegungen zu Kapitalismus, Kultur und Zukunft erkundet, spricht Pitts mit dem Filmemacher Simon Poulter und dem Autor Tariq Goddard, einem langjährigen Weggefährten Fishers und Mitbegründer des legendären unabhängigen Verlags Repeater Books. Ein Gespräch über Fishers Vermächtnis, die Entstehung des Films und zentrale Fragen der B-Side: Wie lassen sich alternative Wege des Publizierens und Verbreitens finden? Was sind die Chancen und Fallstricke eines unabhängigen Verlags? Und welche Bedeutung hat kreative Freiheit?
EN
The theme of this year’s B-Side discussion series, curated by Johny Pitts, is Roots/Routes. Pitts explores the question of how independence can be maintained and preserved in a world characterised by technological hegemony and the monopolisation of the mainstream. Following the Swiss premiere of the experimental film We Are Making a Film About Mark Fisher, which explores the enduring relevance of Fisher’s reflections on capitalism, culture and the future, Pitts will speak with filmmaker Simon Poulter and author Tariq Goddard, a long-standing colleague of Fisher’s and co-founder of the legendary independent publishing house Repeater Books. A discussion about Fisher’s legacy, the making of the film and key questions raised by B-Side: How can alternative ways of publishing and distributing be found? What are the opportunities and pitfalls of an independent publishing house? And what is the significance of creative freedom?
Englisch
Filmemacher: Simon Poulter
Autor und Verleger: Tariq Goddard
Moderator: Johny Pitts
Volkshaus
Katja Brunner: Die Kunst der Wunde
In Die Kunst der Wunde versammelt Katja Brunner Chöre, Gespräche und Anrufungen zu einem vielstimmigen Text. Ein Männerchor beklagt den Verlust alter Gewissheiten, ein Fels beginnt zu atmen, Wörter verschieben sich von Schlund zu Schund zu Schwund. Aus unterschiedlichen Stimmen und Sprachbewegungen entsteht ein Text über Geschlechterbilder, Macht, Verletzlichkeit und gesellschaftliche Verhärtungen. Katja Brunner verbindet lyrische, dramatische und essayistische Formen und fragt danach, wie Geschichte in der Gegenwart nachwirkt und welche Möglichkeiten Sprache eröffnet.
Autorin: Katja Brunner
Moderatorin: Tabea Steiner
kHaus
Narr feiert Narr 2026
Seit 2011 publiziert das Narr Stimmen, die anderswo noch nicht gehört werden. Damit bietet es Leser*innen einen Einblick in die Literatur der Zukunft. Rund 300 Autor*innen haben im Narr publiziert und es zu einem der wichtigsten Schweizer Literaturmagazine gemacht. Das Narr feiert nun die Ausgaben dieses Jahres – mit extraterrestrischen Sci-Fi Abenteuern, einer (nicht nur) süssen Zucker-Ausgabe und verspielten Texten – und bietet einen abwechslungsreichen Einblick in die Texte von jungen Schreibenden.
Ein Abend zwischen klassischer Lesung und literarischem Twist. Gefeiert wird im Anschluss mit einem Apéro vor Ort.
Autorin: Sabine Mayr
Autor: Colin Müller
Autorin: Mélie Tüller
Volkshaus
Carolin Emcke: Was zählt ein Mensch?
Was zählt ein Mensch? Und was bedeutet radikaler Humanismus angesichts von Krieg und Gewalt? Ausgehend von diesen Fragen, setzt sich die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke mit den Möglichkeiten und Grenzen von Empathie, Erinnerung und universellen Menschenrechten auseinander. In der Berichterstattung über Kriege geraten einzelne Schicksale oft hinter Statistiken und Opferzahlen aus dem Blick. Carolin Emcke hält dieser Logik des Zählens das Erzählen entgegen: In Gesprächen mit Menschen aus und in Jenin, Tel Aviv und Ramallah macht sie ihre Stimmen hörbar und fragt, wie sich Menschlichkeit bewahren lässt und was es bedeutet, den anderen als Teil eines gemeinsamen «Wir» zu denken. Denn was zählt, zeigt sich oft erst dort, wo Menschen nicht auf Zahlen reduziert, sondern in ihren Geschichten sichtbar werden.
Autorin: Carolin Emcke
Moderator: René Aguigah
Volkshaus
Tash Aw: Der Süden
DE
Der neue Roman des mehrfach für den Booker Prize nominierten Autors Tash Aw ist die Geschichte einer Familie in Malaysia Ende der neunziger Jahre. In Rückblenden folgt die Handlung dem Jugendlichen Jay und seiner Familie, die die Farm des verstorbenen Grossvaters bewirtschaften soll. Doch gegen die Natur um sie herum ist kaum anzukommen. Das Geflecht der Farne ist zu dicht, die Hitze zu drückend. Die schwüle, aufgeladene Luft – die man fast greifen kann – wird dabei zum vieldeutigen Bild. Sie spiegelt die angespannte Lage der Finanzkrise in Asien zu dieser Zeit und bildet zugleich die atmosphärische Kulisse für das Coming-of-Age des sechzehnjährigen Jay, der in Nächten voller Sehnsucht und Verlangen eine Beziehung zu Chuan, dem Sohn des Farmvorstehers, beginnt.
EN
The new novel The South by Tash Aw, an author who has been nominated for the Booker Prize on several occasions, tells the story of a family in Malaysia in the late 1990s. Through flashbacks, the plot follows the teenager Jay and his family, who are expected to run his late grandfather’s farm. Yet the natural world around them proves almost insurmountable. The tangle of ferns is too dense, the heat too oppressive. The sultry, charged air – which you can almost touch – becomes an ambiguous metaphor. It reflects the tense situation of the Asian financial crisis at that time and, at the same time, forms the atmospheric backdrop to the coming-of-age of sixteen-year-old Jay, who, in nights full of longing and desire, begins a relationship with Chuan, the farm manager’s son.
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autor: Tash Aw
Moderatorin: Sharmaine Lovegrove
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Jazzcampus
Pre-Listening der Audio-Docufiction: Giftland II
Wie geht eigentlich kollaboratives Schreiben? Was wird in einem «Writer’s Room» besprochen? Wie kriegt man «kollektiv» überhaupt hin? Wer hat heute noch Zeit für so etwas? Dominic Oppliger wollte es wissen und hat zusammen mit Phil Hayes, Julia Kubik und Baschi Steffen versucht, eine Fortsetzung seines preisgekrönten Mundartromans giftland zu schreiben: In Gestalt eines modernen Briefromans sollten die vier Kollektivmitglieder in der Rolle von giftland-Figuren mittels Sprachnachrichten und Emails miteinander kommunizieren. Wie anspruchsvoll und kompliziert sich das Vorhaben ausformt, erzählt die Audio-Docufiction Giftland II. Entstanden sind sieben einnehmende Sound-Collagen aus Writer’s-Room-Diskussionen, Musik, Telefonanrufen, Sprachnachrichten und narrativen Songs, die im Februar 2027 veröffentlicht werden. Am Festival gibt es eine erste live Pre-Listening Session.
Schweizerdeutsch
Autor, Musiker: Phil Hayes
Autorin, Musikerin: Julia Kubik
Autor: Dominic Oppliger
Sääli zum goldenen Fass
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No Scribes
Paula Fürstenberg, Alisha Gamisch und Raphaëlle Red sind No Scribes. Als erste literarische Girlband nehmen sie den Vibe, die Motive und die Themen von 2000er Girlgroups als Setting für ihre literarische Bühnenshow. No Scribes machen dabei nicht nur Literatur zu Pop, sondern setzen sich in ihrer Show auch auf einer diskursiven Ebene mit dem Phänomen «Girlband» auseinander. Sie schauen tiefer hinter die glitzernden Bühnenvorhänge, verhandeln feministische Schwesternschaft, befragen Körperbilder und Normierung, sozialen Aufstieg und die Frage, wer überhaupt auf der grossen Bühne stehen darf.
Autorin: Paula Fürstenberg
Autorin: Alisha Gamisch
Autorin: Raphaëlle Red
Sääli zum goldenen Fass
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The Entertainer
Als DJ tritt er unter dem Namen The Entertainer auf, gräbt sich mit Leidenschaft durch Musikforen und bewegt sich aktiv in der Basler Kulturlandschaft. Er versteht Räume nicht als blosse Kulisse, sondern als lebendige Orte der Begegnung, des Ausprobierens, des Spielens und des kreativen Schaffens. Mit grosser Freude teilt er die Musik, die er entdeckt und schafft Momente, die Menschen zusammenbringen und Verbindungen entstehen lassen.
DJ: The Entertainer
Sonntag, 15.11.2026
kHaus
Kakao / Kaffee / Gipfeli für Kinder und Begleitung
Damit es genug für alle hat, bitten wir bis zum 6. November um Anmeldung unter buchkinderbasel.ch
kHaus
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Heike Nieder und Martina Walther: Meine Welt ist ein Gedicht
Die Autorin Heike Nieder hat Kindern auf der ganzen Welt Fragen zu ihren Wünschen, Träumen, Ängsten und ihrem Lieblingsduft gestellt. Die Antworten sind witzig, manchmal nachdenklich, aber immer verblüffend ehrlich. Daraus sind Gedichte entstanden, deren Reiz aus dem Zusammenspiel von Kinderantworten, Poesie und den besonderen Bildwelten der Illustratorin Martina Walther besteht.
Autorin: Heike Nieder
Illustratorin: Martina Walther
Theater Basel
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Basel Schreibt – Wettbewerb für neue Texte
330 Schreibende und Zeichnende haben sich im diesjährigen heissen Sommer mit dem Thema Im Fluss beschäftigt und frische Texte und Comics beim Nachwuchswettbewerb Basel Schreibt eingereicht. Drei davon werden vor der Schweizer Buchpreisverleihung im Theater Basel ausgezeichnet. Wen wählt die Jury wohl aus?
Zusammen mit der Basler Kantonalbank laden wir Sie herzlich zur Preisverleihung ein und dazu, die Gewinner*innen und ihre Texte live zu erleben. Ein kleines Frühstück und musikalische Begleitung durch kleruss runden die Feier ab. Mit einem Grusswort von Regula Berger, CEO der Basler Kantonalbank.
Wir danken der Basler Kantonalbank für die finanzielle Unterstützung.
Musikerin: . kleruss
Moderatorin: Caterina John
Vorleserin: Martha Benedict
Jurymitglied, Autorin, Journalistin: Çiğdem Akyol
Jurymitglied, Autor*in, Theatermacher*in: Pul Müller
Jurymitglied, Comic-Künstlerin: Simone F. Baumann
kHaus
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Carla Haslbauer: Wo kommen die Ideen her?
In ihrem neuesten Buch Wo kommen die Ideen her? – geschrieben von Bettina Obrecht – nimmt Carla Haslbauer das Publikum mit ihren farbenfrohen und detailreichen Illustrationen mit in die Welt ihrer Ideen und ihrer Kreativität. Zwischen Lesen, Live-Zeichnen und dem freien Spiel mit Farbflecken und Wolkenbildern finden wir gemeinsam heraus, woher Ideen kommen und wie wir uns von der Welt um uns herum inspirieren lassen können. Eine Lesung zum Staunen und Entdecken.
Autorin: Carla Haslbauer
kHaus
Lex Croucher: The Unmagical Life of Briar Jones
Hinter dunklen Mauern ragt die elitäre Magieschule Temple empor, wo zwei ehemals beste Freund*innen nach sieben Jahren wieder aufeinandertreffen. Briar ist für einen Sommerjob da und stellt fest: Seb ist nun der Villain der Schule, mächtig und leider hotter denn je. «Es ist leicht, die Geschichte so zu erzählen: Ich hatte einen Freund, ich habe ihn geliebt, er hat mich verlassen.» Aber vielleicht war eben doch nicht alles so, wie Briar bisher dachte. An der Seite von drei coolen Aussenseiter*innen sucht dey nach den finsteren Geheimnissen eines Ortes, der auf Privilegien baut und diese nur ungern wieder hergibt. Aber keine Angst: Der Schmerz, einen Freund zu verlieren, wird in den versteckten Ecken der Schule gelindert. Und um gerettet zu werden, muss man nicht 100% gut sein. Lex Croucher signiert im Anschluss.
Tropes: Dark Elite Academia, Childhoodfriends to Enemies to Lovers, Slow Burn, Morally Grey Love Interest
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autor*in: Lex Croucher
Moderatorin: Joy Stock
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Theater Basel
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Schweizer Buchpreis Preisverleihung
Herzlich willkommen zur Verleihung des Schweizer Buchpreises 2026.
Um Punkt 12 Uhr erfahren Sie auf der Grossen Bühne des Theaters Basel, wer dieses Jahr den begehrten Literaturpreis erhält. Türöffnung um 10.30 Uhr.
Musik:
Akkordeon – Viviane Chassot & Schüler*innen
Jury:
Tim Felchlin (Kulturjournalist)
Simone Nuber (Buchhändlerin)
Benjamin Schlüer (Literaturwissenschaftler)
Silvia Süess (Literaturredaktorin)
Manuela Waeber (Co-Leiterin Literaturhaus Zentralschweiz)
Autor: Lukas Bärfuss
Autorin: Hayat Erdoğan
Autorin: Yael Inokai
Autorin: Sonja Sophie Kreis
Autorin: Sarah Elena Müller
Moderatorin: Nina Mavis Brunner
Vorleserin: Nicole Coulibaly
Musikerin: Viviane Chassot
kHaus
Giulia Pastorino: Hugo sein
DE
Erwachsenwerden bedeutet Veränderung. Der kleine Hugo erlebt das gerade hautnah. Manchmal wacht er kringelig auf, manchmal gepunktet oder gar gestrichen. Jede Veränderung beeinflusst seine Stimmung. Aber Hugo bleibt immer Hugo, auch wenn er sich jeden Morgen ein bisschen anders fühlt. Und mal ehrlich: Was für einen Spass macht es schon, jeden Tag immer dieselbe Person zu sein?
IT
Crescere significa cambiare. Il piccolo Hugo lo sta vivendo in prima persona. A volte si sveglia riccio, altre volte a pois o addirittura a strisce. Ogni cambiamento influisce sul suo umore. Ma Hugo rimane sempre Hugo, anche se ogni mattina si sente un po’ diverso. E, diciamocelo: che divertimento c’è nell’essere sempre la stessa persona ogni giorno?
Italienisch/Deutsch
Autorin: Giulia Pastorino
kHaus
Truly together
Truly together – ein Sonntagnachmittag für alle, die Bücher lieben, sich austauschen, gemeinsam kreativ werden und einfach eine gute Zeit haben möchten. Im Rahmen der New-Adult-Reihe Yours truly erwarten euch:
- Briefgeflüster mit kiwi space
- Papier prägen mit der Basler Papiermühle
- Cozy Festivalbuchhandlung von Orell Füssli
- Zines basteln mit Zine & Zweck
- Und weitere Überraschungen
Eintritt mit Yours-truly-Einzelbillett, -Pass oder Festivalpass.
kHaus
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Zmittag für Kinder und Begleitung
Zmittag für Kinder und Begleitung
Damit es genug für alle hat, bitten wir bis zum 6. November um Anmeldung unter buchkinderbasel.ch
Turnhalle Clara
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silent reading rave
Zeit für einen silent reading rave? Vielleicht ist jetzt der richtige Moment, um das Lieblings-Festivalbuch aus der Tasche zu holen und mit dem Lesen zu beginnen, nur für sich und trotzdem nicht allein. Und so funktioniert's: Freund*innen mitnehmen, Buch auspacken, in der Turnhalle einen gemütlichen Platz suchen und loslesen. Es ist der ideale Zwischenhalt für alle, die eine kurze Abwechslung suchen. Bis zu zwei Stunden lang kann in andere Welten und in weiche Matratzen eingetaucht werden.
Eine Kooperation mit dem silent reading rave.
Idee und Konzept: . silent reading rave
kHaus
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Nina Wehrle: Schluss. Aus. Basta!
«Entweder du kommst jetzt runter, oder wir kacken unter deinen Baum!» Drei Hunde und ein Eichhorn albern im Wald herum. Es beginnt ein rotzfreches Hin und Her, ein lautes Entweder-oder mit viel Überraschungen. Eine bissige Geschichte über das Aushandeln von Konflikten in einer Freundschaft. Ein Buch, so hoch wie der Wald, leuchtend gedruckt wie die Abenddämmerung, voller Schabernack und Tiefgang.
Autorin: Nina Wehrle
kHaus
Buchclub zu The Unmagical Life of Briar Jones
Die letzte Seite ist nicht das Ende einer Geschichte. Lesen tut man meist allein, doch seine grösste Magie entfaltet ein Buch im Austausch mit anderen – vor allem, wenn es Fantasy ist und ihr von Briar und Seb verzaubert wurdet. Zusammen mit Buchbloggerin Joy Stock wird in diesem Buchclub aus The Unmagical Life of Briar Jones von Lex Croucher ein gemeinsames Abenteuer und ihr werdet für eine Stunde zu Schüler*innen an der Temple. In welchen Figuren habt ihr euch wiedergefunden, wie weit würdet ihr gehen, um euren Traum zu leben, oder wem wollt ihr auf keinen Fall in den Kellern dieser Schule begegnen? Und warum ist es so irre aufregend, wenn aus einem Baddie ein Goodie wird? Wer weiss, vielleicht entstehen aus diesem Buchclub auch weitere Mini-Buchclubs, in denen Lieblingsgeschichten gemeinsam weitergedacht werden.
Die Platzzahl ist begrenzt. Bitte buche hier ein Gratis Billett.
Moderatorin: Joy Stock
Volkshaus
Vom Faschismus sprechen?
Die Stürme der Gegenwart spülen Ideologien wieder an die Oberfläche, die offenbar zu früh für tot erklärt wurden. Wie finden wir angemessene Worte für – und vielleicht auch gegen – die autoritären Antworten auf die Krisen unserer Zeit? Der Begriff der «Faschisierung» versucht, aktuelle Entwicklungen zu beschreiben, ohne sie mit dem historischen Faschismus gleichzusetzen. Eva von Redecker zeigt in ihrem gleichnamigen Essay, wie der «Drang nach Härte» die neuen Autoritarismen prägt. Morten Paul beschäftigt sich damit, wie bereits historisch um den Begriff des «Faschismus» gerungen wurde, und Asal Dardan fordert: Statt nur «Nie wieder. zu sagen, braucht es eine «Gegenwehr im Jetzt». Gemeinsam mit Anna Jikhareva diskutieren sie, welche sprachlichen Werkzeuge wir brauchen, um die neuen Autoritarismen zu verstehen und ihnen entgegenzutreten.
Autorin: Asal Dardan
Autor: Morten Paul
Autorin: Eva von Redecker
Moderatorin: Anna Jikhareva
Volkshaus
Laura Vazquez: Die Kräfte
DE
Laura Vazquez ist eine aufstrebende französische Autorin, die zunächst als Dichterin auf sich aufmerksam machte und 2023 den Prix Goncourt de la poésie erhielt. Ihr Roman Die Kräfte ist ein wilder, philosophischer und poetischer Text, der mit den Regeln des Bildungsromans spielt. Vazquez erzählt von einer jungen, queeren Frau auf der Suche nach den unsichtbaren Kräften, die unser Leben bestimmen. Philosophische Gedanken und Zitate – insbesondere Spinozas Idee, dass wir von Kräften geprägt werden, die uns selbst nicht bewusst sind – fliessen dabei nicht nur als Theorie in den Text ein, sondern werden Teil seiner Bewegung. Mit einer Sprache, die zugleich körperlich, rätselhaft und rhythmisch ist, «denkt» dieser Roman nach, wie es geht, mitten im Leben zu bleiben; insbesondere in unserer Zeit der Vereinzelung, in der Gewalt und Zartheit ständig aufeinanderprallen.
FR
Laura Vazquez est une autrice française prometteuse qui s’est d’abord fait remarquer en tant que poète et a remporté le Prix Goncourt de la poésie en 2023. Son roman Les Forces est un texte fougueux, philosophique et poétique qui joue avec les codes du roman d’apprentissage. Vazquez y raconte l’histoire d’une jeune femme queer à la recherche des forces invisibles qui régissent nos vies. Des réflexions philosophiques et des citations – notamment l’idée de Spinoza selon laquelle nous sommes façonnés par des forces dont nous n’avons pas conscience – ne se contentent pas d’alimenter le texte en tant que théorie, mais font partie intégrante de son élan. Avec un langage à la fois charnel, énigmatique et rythmé, ce roman « réfléchit » à la manière de rester ancré dans la vie ; en particulier à notre époque d’isolement, où la violence et la tendresse s’affrontent sans cesse.
Französisch/Deutsch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autorin: Laura Vazques
Moderatorin: Annette Hug
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
LyrikTalk: Was tut das Gedicht?
Was geschieht mit uns, wenn wir Gedichte lesen? Können wir sie vollständig entschlüsseln oder entzieht sich ein Teil von ihnen immer unserem Verstand? Wie werden sie gemacht? Welche inneren und äusseren Kräfte prägen ihre Entstehungsprozesse? Die Lyrikerinnen Ann Cotten und Nea Schmidt haben gegenseitig Texte voneinander gelesen und sprechen gemeinsam mit Maria Marggraf darüber, was sie dabei bewegt, erstaunt oder irritiert. Sie fragen sich selbst und einander, wie sie schreiben und wie ein Gedicht zu seiner Gestalt auf Papier findet. Das Publikum erhält vor Ort die ausgewählten Texte und ist eingeladen, mitzudiskutieren.
In Kooperation mit dem LyrikTalk, konzipiert von Maria Marggraf. Mit Dank an die Sulger-Stiftung für die finanzielle Unterstützung.
Lyrikerin: Ann Cotten
Lyrikerin: Nea Schmidt
Moderatorin: Maria Marggraf
Du Pont
Shelly Kupferberg: Stunden wie Tage
Erneut ist eine Hauswand verschmiert, immer mehr Hakenkreuzfahnen wehen im Wind und Nachbar*innen verschwinden – der Schauplatz des neuen Romans von Shelly Kupferberg ist ein Wohnhaus in Berlin-Schöneberg. Hier erlebt eine junge Hausmeisterin, wie die Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung ab den 1930er Jahren wachsen. Am Schicksal der Familie Berkowitz zeigt sich die politische Zuspitzung und nimmt mit dem Widerstand der Tochter Liane ein tragisches Ende. Die Handlung verknüpft fiktive und reale Figuren und begleitet sie vom Aufstieg des Nationalsozialismus über die Kriegsjahre bis zum Wiederaufbau, gerahmt von einem Blick aus der Gegenwart. So verschmelzen historische Genauigkeit und literarisches Erzählen zu einem Zeugnis von Zivilcourage und deren Grenzen.
mit gratis Kaffee und Kuchen
Autorin: Shelly Kupferberg
Moderator: Caspar Battegay
kHaus
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Amanda Mijangos: ErZähl mir etwas
DE
Mit Null fängt alles an. Darauf folgt eine unendliche Zahl an Geschichten. Wie viele Wörter lassen sich aus dem Alphabet bilden? Wie viele Erzählungen stecken in einem Jahr? Wer kann die Sterne am Himmel zählen? Die Zahlen erzählen auch von selbst: Die 6 wird zur Schnecke, die 4 auf dem Kopf zum Stuhl. Das farbenfrohe ErZählbuch ist eine Einladung, mit Zahlen zu jonglieren und Buchstaben zu entziffern.
ES
Todo empieza con el cero. A continuación, hay un sinfín de historias. ¿Cuántas palabras se pueden formar con el alfabeto? ¿Cuántas historias hay en un año? ¿Quién puede contar las estrellas del cielo? Los números también cuentan por sí mismos: el 6 se convierte en un caracol, el 4 boca abajo, en una silla. Este colorido libro de cuentos es una invitación a jugar con los números y a descifrar las letras.
Spanisch/Deutsch
Autorin: Amanda Mijangos
Volkshaus
David Szalay: Was nicht gesagt werden kann
DE
Es gibt Romanfiguren, die ihr Leben entschlossen in die Hand nehmen. István gehört nicht dazu. Der Protagonist in David Szalays mit dem Booker Prize ausgezeichnetem Roman lässt sich durch das Leben treiben. Ohne klare Ziele fügt er sich neuen Umständen und bleibt dabei erstaunlich sprachlos. Gerade in dieser erzählerischen Distanz – die als Leser*in bisweilen schwer auszuhalten ist – liegt die ebenso faszinierende wie verstörende Kraft von Was nicht gesagt werden kann. David Szalay schreibt von sozialem Auf- und Abstieg, Einsamkeit und den Zufällen, die ein Leben prägen. Dabei spürt er den grossen Fragen des Erzählbaren nach.
EN
There are fictional characters who take their lives firmly into their own hands. István is not one of them. The protagonist in David Szalay’s Booker Prize-winning novel simply drifts through life. Without any clear goals, he adapts to new circumstances whilst remaining, astonishingly, speechless. It is precisely in this narrative distance – which can at times be hard for the reader to bear – that the power of Flesh, both fascinating and unsettling, lies. David Szalay writes of social rise and fall, loneliness and the coincidences that shape a life. In doing so, he explores the big questions of what can be told.
Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer
Autor: David Szalay
Moderatorin: Nina Kunz
Übersetzerin: Nina Ariely
Übersetzerin: Sylvi Nicolai
Volkshaus
Yael Inokai: Die Auster
Der Geschäftsführer eines traditionsreichen Luxuskaufhauses in Berlin wird ermordet aufgefunden – die Hände abgetrennt. Doch bevor die Polizei eintrifft, hat Reinigungskraft Leonora Bloch den Tatort bereits sorgfältig gesäubert. Seit 45 Jahren bewegt sie sich beinahe unsichtbar durch die Welt der Reichen, kennt ihre Gewohnheiten, ihre Geheimnisse und die feinen Unterschiede zwischen denen, die besitzen, und denen, die für sie arbeiten. Yael Inokais Roman verbindet Kriminalgeschichte mit einer präzisen Gesellschaftsanalyse und erzählt von Macht, Abhängigkeit, Trauer und der Frage, wer handeln kann und wer nur die Spuren beseitigt.
Moderatorin: Yael Inokai
Moderatorin: Migmar Dolma
Du Pont
Dana Grigorcea: Tanzende Frau, blauer Hahn
Bușteni. Ein rumänischer Ferienort am Fuss der Karpaten. Es ist Sommer. Die Landschaft zieht am Zugfenster vorbei, die Kirschbäume blühen, Verwandte und Nachbar*innen warten schon und irgendwo klappert der Schlagbaum am Bahnübergang. Tanzende Frau, blauer Hahn ist nicht nur eine Reise an einen Ort, sondern auch eine Zeitreise in eine Kindheit voller Versprechen, Freundschaften und erster Sehnsüchte. Und zugleich führt er in eine Zeit des Umbruchs: in eine rumänische Kleinstadt nach der Revolution, in die letzten Nachwirkungen des Ceaușescu-Regimes. Leicht, tänzerisch und mit feinem Humor erzählt Dana Grigorcea von schrulligen Dorfbewohner*innen, verfallenden Häusern und Gartenfesten. Ein Buch über Freundschaft, über die Lust am Erzählen und darüber, wie Geschichten Menschen miteinander verbinden und Vergangenes lebendig halten.
Mit gratis Kaffee und Kuchen
Autorin: Dana Grigorcea
Moderatorin: Nicola Steiner
Volkshaus
Vanessa Onwuemezi: Dark Neighbourhood
DE
Die britische Autorin Vanessa Onwuemezi ist eine bemerkenswerte neue Stimme der zeitgenössischen Literatur. 2021 debütierte sie mit dem Kurzgeschichtenband Dark Neighbourhood. Sprachlich kraftvoll und kühn beschreibt beispielsweise die Erzählstimme: «To live in a world filled with light is like being slowly erased. No longer knowing down or up, yes or no, day or a true night. Light upon light is darkness.» Vanessa Onwuemezi deutet selten aus, sie beschäftigt sich lieber mit dem Moment, dem Klang und dem Fremden. Ausgehend von Dark Neighbourhood, sprechen Vanessa Onwuemezi und Ana Sobral über das Schreiben und über Onwuemezis eigenwilligen Umgang mit Sprache, Rhythmen und Formen. Und darüber, wie Prosa zu einer körperlichen Erfahrung werden kann: «Ich hatte keine Füsse, bevor es etwas gab, auf dem sie stehen konnten.»
EN
The British author Vanessa Onwuemezi is a remarkable new voice in contemporary literature. She made her debut in 2021 with the short story collection Dark Neighbourhood. With powerful and bold language, the narrative voice describes, for example: «To live in a world filled with light is like being slowly erased. No longer knowing down or up, yes or no, day or a true night. Light upon light is darkness.» Vanessa Onwuemezi rarely explains things; she prefers to focus on the moment, the sound and the unfamiliar. Taking Dark Neighbourhood as their starting point, Vanessa Onwuemezi and Ana Sobral discuss writing and Onwuemezi’s idiosyncratic approach to language, rhythms and forms. And they explore how prose can become a physical experience: «I had no feet before there was anything for them to stand on.»
Englisch
Autorin: Vanessa Onwuemezi
Moderatorin: Ana Sobral
kHaus
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Kathrin Schärer: Ach! Noch wach?!
Abends ist die ganze Murmeltierfamilie müde. Nur ein kleines Murmeltier kann nicht schlafen, weil es unbedingt die Dunkelheit anschauen will. Das sorgt für neue Bekanntschaften. Es dauert eine Weile, bis alle Tiere wieder dort sind, wo sie in der Nacht hingehören, und bis sie wieder einschlafen können. Das ist bei Murmeltieren nicht anders als in unserem Familienalltag. Aber wir haben glücklicherweise Bücher!
Autorin: Kathrin Schärer
kHaus
Anabelle Stehl: The Panthers – Off Limits
und Maisie Bell: Scorpio Season
In Anabelle Stehls neuem Roman geht es um Luna, eine erfolgreiche Streamerin, die es der misogynen Gaming-Welt zum Trotz in die E-Sport-Mannschaft ihrer Träume schafft: The Panthers. Aber Travis, in den sie sich ein Jahr zuvor verliebte, ist ihr Coach. In Maisie Bells Roman wird Luca für die queere Rockband Scorpio Season gecastet und realisiert, dass Florence, mit der sie einen One-Night-Stand hatte, die Leadsängerin ist. Wie können die vier im Team oder einer Band spielen, wenn ihre unterdrückte Anziehung immer mit im Spiel ist? Zwei Bücher, in denen sich eine (scheinbar) unmögliche Liebe den Regeln widersetzt und jene gewinnen, die sich ihre Gefühle eingestehen. Ein Gespräch über zweite Chancen, queerfeministische Verbundenheit und wichtige Entscheidungen, die nicht alleine getroffen werden müssen. Anabelle Stehl und Maisie Bell signieren im Anschluss.
Tropes: Forbidden Love, Forced Proximity, Female Rage, Sports Romance, Slow Burn,
Found Family, Second Chance
Autorin: Maisie Bell
Autorin: Anabelle Stehl
Volkshaus
Karosh Taha: Gulistan
«Was weisst du von der Gewalt in den Menschen dort? Meine Vorstellung reicht nicht aus, um die Gewalt in den Menschen dort zu beschreiben. Ich spreche nur von Gulistan.» Gulistan ist eine Frau, die sich immer wieder der Ohnmacht entgegenstellt. Das zeigt sich spätestens als ihr Mann Çîya plötzlich verschwindet. Im Irak unter Diktator Saddam Hussein wird sie als Kurdin auf der Polizeistation verlacht und bedroht, als sie Çîya vermisst melden will. Geholfen wird ihr nicht. Also begibt sie sich allein auf eine Suche, die die Brutalität dieses Regimes offenbart. Als sie Çîya endlich findet, ist auch das keine Erleichterung. Er steht ihr in der Uniform des Diktators gegenüber, eingesetzt als sein Doppelgänger. Karosh Taha erzählt ungeschönt von den Unaussprechlichkeiten von Krieg und Folter. Dem entgegen stellt sie nicht nur eine Figur, in der der Widerstandswille wächst, sondern vor allem auch eine ganz eigene poetische Sprache, die neue Räume öffnet.
Autorin: Karosh Taha
Moderatorin: Tuğba Ayaz
Kaserne Basel
Robert Misik: Die Kunst des Widerstands
Robert Misik untersucht in Erziehung zur Grausamkeit die Massenpsychologie des neuen Faschismus. Seine These: «Das verhetzte Individuum fällt nicht vom Himmel. Es wird gemacht.» Diese aggressive Beeinflussung vom Rechtspopulismus hin zum Rechtsradikalismus schürt Wut und Verbitterung, verwandelt Anhänger*innen in paranoide Charaktere und nährt einen Kult der Härte und Grausamkeit. Robert Misik fragt: Wer ist für das Autoritäre besonders empfänglich, welche Pathologien unserer Zeit begünstigen den Aufstieg der radikalen Rechten und was geschieht mit Menschen, die in die Fänge der Propaganda geraten?
Die Reihe im Kopf von … der Kaserne Basel und des Werkraums Schöpflin lädt Denker*innen ein, einen Einblick in ihre Recherchen, Zweifel und Hoffnungen zu geben, und fragt, wie man in einer krisengeschüttelten Welt solidarisch und widerständig bleiben kann.
Autor: Robert Misik
Moderator: Oliver Nachtwey
Amt für Wirtschaft und Arbeit
Janica Irina Madjar: Den Berg auf der Zunge
Mit einem tiefen Misstrauen kehrt die Erzählerin für wenige Wochen aus der Stadt nach Hause zurück ins Bergdorf Wengen. Ein Ort, der vom Verlust des Vaters geprägt ist und für den der Begriff «Heimat» nicht so recht passen mag. Es ist ein heisser, regenloser Sommer. Während die Berge bröckeln, die Gletscher schmelzen und ein Bauprojekt die Lebenswelt der Dorfbewohner*innen erschüttert, durchstreift die Erzählerin mit ihrem kleinen Hund die Alpen und erobert sich nach und nach ihren Platz zurück. Ein Debüt, das in einer dichten, tastenden Sprache den Weg einer Wiederannäherung nachzeichnet und zeigt, wie Zuversicht dort entstehen kann, wo sich Beständiges aufzulösen droht.
Die Anzahl Plätze ist beschränkt. Bitte reservieren Sie Ihren Platz auf sofalesungen.ch.
Autorin: Janica Irina Madjar
Moderatorin: Leadora Illmer